Islamisten im Visier

Dutzende Tote bei Militäroperation in Tadschikistan

Ausland
24.07.2012 20:26
Bei einem Einsatz von Sicherheitskräften gegen islamistische Untergrundkämpfer sind in der zentralasiatischen Republik Tadschikistan am Dienstag mindestens 42 Menschen, 30 Islamisten und zwölf Soldaten, getötet worden. Über 20 weitere Soldaten und Angehörige der Geheimdienste seien verletzt worden, teilte das Staatliche Komitee für Nationale Sicherheit mit. Mehr als 40 Rebellen wurden demnach festgenommen, unter ihnen acht Afghanen und mutmaßliche Taliban-Mitglieder.

In der Ex-Sowjetrepublik streben Islamisten nach der Macht. Sie sind in kriminellen Banden organisiert und leben unter anderem von Drogen- und Tabakschmuggel. Der Spezialeinsatz nahe der Stadt Chorog rund 500 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Duschanbe an der afghanischen Grenze war eine Reaktion auf den Mord an dem Geheimdienstgeneral Abdullo Nasarow am vergangenen Samstag. Medien zufolge wurden auch Panzer und Helikopter eingesetzt. Die Sicherheitskräfte kündigten eine Fortsetzung der Operation an.

Ex-Rebellenchef hinter Mord an Geheimdienstler?
Nasarow war am Samstagabend in der entlegenen Region Berg-Badachschan von Unbekannten aus seinem Dienstwagen gezerrt und erstochen worden. Die Behörden verdächtigten zunächst Tabakschmuggler, vermuten inzwischen aber den früheren Rebellenkommandeur Tolib Ajombekow hinter dem Mord. Ajombekow hatte während des Bürgerkriegs zwischen 1992 und 1997 eine Rebelleneinheit geführt, war anschließend aber in die Grenzschutzeinheiten aufgenommen worden.

Die Regierung wirft Ajombekow vor, mit seinen Kämpfern in den Schmuggel an der afghanischen Grenze verwickelt zu sein. Zudem soll er für eine Reihe von Morden verantwortlich sein. Die Zentralregierung hat seit längerer Zeit keine effektive Kontrolle mehr über die autonome Region Berg-Badachschan. Das Gebiet war während des Bürgerkriegs eine Hochburg der Rebellen und gehört zu den ärmsten Regionen der früheren Sowjetrepublik.

Destabilisierung Zentralasiens befürchtet
Kommentatoren äußerten sich besorgt und sprachen von der Gefahr einer Destabilisierung der Lage in Zentralasien. Die tadschikischen Behörden stehen bei ihren Nachbarn wie Usbekistan und Kirgistan in der Kritik, die Grenzen zu Afghanistan nicht ausreichend zu sichern und so immer neue Fundamentalisten ins Land zu lassen.

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