Es sei ein "starkes Quartal" gewesen, erklärte Konzernchef Larry Page am Donnerstag per Mitteilung. In der Telefonkonferenz fehlte er allerdings, nachdem Google schon andere öffentliche Auftritte von ihm abgesagt hatte. "Es gibt nichts Neues, Larry hat seine Stimme verloren", sagte Manager Nikesh Arora. Er führe aber weiterhin das Unternehmen. Was ihm genau fehlt, erklärt Google weiterhin nicht.
Von der "New York Times" befragte Mediziner sagten, nur wenige gesundheitliche Probleme machten ein so langes Schweigen notwendig. Eine Möglichkeit könnten demnach Polypen auf den Stimmbändern sein. Die Online-Branche ist seit der zunächst geheim gehaltenen Krebserkrankung von Apple-Chef Steve Jobs empfindlich geworden, wenn Unternehmen Erkrankungen ihrer Top-Manager nicht schlüssig erläutern können.
Motorola als neuer Teil der Google-Familie
"Dieses Quartal ist auch etwas Besonderes, weil nun Motorola ein Teil der Google-Familie ist", erklärte Page schriftlich weiter. Der Konzern hatte Mitte Mai die 12,5 Milliarden Dollar schwere Übernahme des Handyherstellers abgeschlossen. Seitdem fließen die Motorola-Zahlen in die Bilanz ein. Durch den Zukauf legte der Umsatz um satte 35 Prozent auf 12,2 Milliarden Dollar zu.
Motorola ausgeklammert, lag das Plus immer noch bei 21 Prozent. Allerdings: Ohne Motorola wäre der Gewinn höher ausgefallen. Der Handyhersteller schreibt anhaltende Verluste angesichts der starken Konkurrenz und hoher Investitionen in neue Smartphones. Operativ verlor Google bei der neuen Tochter 233 Millionen Dollar.
Erwartungen übertroffen
Trotz der Motorola-Verluste lag Google mit seinen Zahlen über den Erwartungen der Analysten. Die bezahlten Klicks legten um 42 Prozent zu, wobei allerdings die Einnahmen pro Klick um 16 Prozent sanken. Das wird von Beobachtern als Folge der zunehmenden Nutzung mobiler Geräte gesehen, auf denen die Werbetarife niedriger sind. Nachbörslich stieg die Aktie um 2,7 Prozent.
43,1 Milliarden Dollar auf der hohen Kante
Google hatte Motorola geschluckt, um seinen Vorstoß ins Smartphone-Geschäft abzusichern. Das Handy-Urgestein hält viele grundlegende Patente, die Google in den laufenden Patentstreitigkeiten hilfreich sein können. Die Kriegskasse von Google ist dabei gut gefüllt: Ende Juli hatte Google 43,1 Milliarden Dollar auf der hohen Kante. Nachdem die Summe über lange Zeit immer weiter gestiegen war, schrumpfte sie allerdings in den vergangenen drei Monaten um 6,2 Milliarden Dollar.
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