Vor Insel Sansibar

Dutzende Tote und Vermisste nach Fährunglück

Ausland
19.07.2012 18:43
Nach einem tödlichen Fährunglück vor der afrikanischen Insel Sansibar werden am Donnerstag noch mehr als 80 Menschen vermisst. Ihre Überlebenschancen seien äußerst gering, teilten die Behörden mit. Bisher konnten die Rettungskräfte 62 Leichen bergen, unter den Toten befinden sich auch zwei Europäer. Von den offiziell knapp 290 Menschen an Bord wurden mindestens 145 gerettet. Die Fähre, die inzwischen gesunken ist, war am Mittwoch von der Stadt Daressalam gestartet und bald darauf gekentert.

"Die Suchaktion wird fortgesetzt, es ist jedoch sehr unwahrscheinlich, dass wir noch Überlebende finden", sagte Polizeisprecher Mohammed Mhina. Wegen der hohen Wellen und des starken Windes sei die Suche in der Nacht unterbrochen worden.

Nach Angaben der Regierung des zu Tansania gehördenden Inselarchipels Sansibar befanden sich laut Passagierliste 251 Erwachsene, 30 Kinder und sechs Crew-Mitglieder an Bord. Die tansanische Zeitung "The Citizen" berichtete jedoch, dass bis zu 400 Menschen auf der Fähre gewesen sein könnten.

Fähren häufig überladen
Ziel der Fähre war die etwa zwei Stunden von Daressalam entfernte Insel Unguja, die Hauptinsel von Sansibar. Das Unglück geschah lokalen Medienberichten zufolge in der Nähe der Insel Pungume, 48 Kilometer von Unguja entfernt. Die Ursache des Dramas ist noch unklar, doch sind Fähren in der Region häufig überladen. Aus welchen Ländern die beiden ums Leben gekommenen Europäer stammten, ist ebenfalls unklar. Unter den Geretteten befinden sich zwölf ausländische Touristen, darunter vier Deutsche. Österreicher waren laut dem Außenministerium keine an Bord.

Erst Mitte September 2011 war eine völlig überladene Fähre auf dem Weg zwischen zwei Inseln von Sansibar gesunken. Für 203 der mehr als 800 Insassen kam jede Hilfe zu spät (siehe Infobox). Es war das schwerste Schiffsunglück in Tansania seit zehn Jahren.

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