Im Sommer für 3 Wochen

Stadt sperrt fast die Hälfte aller Kindergärten zu

Oberösterreich
06.03.2024 10:00

Fast die Hälfte aller Einrichtungen wird in der oberösterreichischen Landeshauptstadt für drei Wochen zu „Sommerstandorten“. Die Linzer Vizebürgermeisterin und Sozialreferentin, Karin Hörzing (SPÖ), argumentiert die Sperre mit geringer Auslastung – Grüne, VP und FP orten einen riesigen Rückschritt.

„Die durchgehende Öffnungszeit im Sommer bleibt bestehen, das Modell verbessert die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter, und zudem wird die Effizienz bei der Personalplanung gesteigert. So, wie es Vizebürgermeisterin Karin Hörzing (SP) argumentiert, kann man es auch „verkaufen“, dass man ab Ende Juli für drei Wochen fast die Hälfte aller Linzer Kindergärten schließt und in sogenannten „Sommerstandorten“ zusammenlegt.

„Nur ein Fünftel aller Kinder anwesend“
Glaubt man Hörzing, handelt es sich dabei aber um einen logischen Schritt. Denn eine über die Jahre 2021 bis 2023 geführte Bilanz zeigt auf, dass zu Beginn der Sommerferien im Juli die Kindergärten und Krabbelstuben zum Großteil zwar zu mehr als 50 Prozent belegt sind, Ende Juli sowie Anfang August die Besuchszahlen aber deutlich abnehmen. „Eine detailliertere Auswertung für 2023 hat ergeben, dass in vielen Einrichtungen nur etwa ein Fünftel aller Kinder anwesend war, in manchen sind es sogar noch weniger gewesen. Wir hatten welche mit gerade mal fünf Prozent Auslastung. In der Kalenderwoche 33 gab es insgesamt nur zwei Einrichtungen mit einer Auslastung von über 40 Prozent“, so Hörzing.

Krabbelstuben nicht betroffen
Aus diesem Grund hat man sich nun dazu entschlossen, sich für die letzte Juli- und die ersten zwei August-Wochen auf ein paar „Sommerstandorte“ zu konzentrieren. Die Öffnungszeiten bleiben in den Einrichtungen unverändert, die Krabbelstuben sind von der Zusammenlegung nicht betroffen. Auch der Sommerbetrieb der Horte bleibt an den drei Standorten Hort Harbach (Nord), Hort Raimund (Mitte) und Hort Löwenfeld (Süd) unverändert.

„Info kommt viel zu spät“
Für Frauenstadträtin Eva Schobesberger ist die dreiwöchige Sommersperre ein riesiger Rückschritt: „Es sind wieder einmal die Mütter, die es trifft. Die müssen jetzt im März erfahren, dass im Sommer alles anders ist.“ Ins selbe Horn stößt VP-Gemeinderätin Theresa Ganhör, selbst Mama einer sechsjährigen Tochter: „Die Info kommt für die Eltern viel zu spät. Viele Familien haben längst ihren Urlaub gebucht und sich auf die Betreuungszeiten für ihre Kleinen im gewohnten Umfeld verlassen.“

FP-Sozialsprecher Peter Stumptner meint: „Wir erwarten uns, dass der heurige Sommer genau evaluiert wird und dass bei Bedarf wieder kurzfristige Verbesserungen möglich sind.“

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