Der IT- und Telekombranche fehlen nach eigenen Berechnungen 28.000 Arbeitskräfte. Nach wie vor hinke Österreich im OECD-Vergleich bei der Frauen-Beschäftigung hinterher, verglichen mit anderen Studienfächern sei die Abbruchrate hoch. Dazu kämen viele Pensionierungen, die anstehen, so der Branchenverband UBIT. Jeder Mitarbeiter, der fehle, koste einen Umsatz von rund 180.000 Euro, so dessen Obman Alfred Harl.
Der IT-Sektor wachse von Jahr zu Jahr, sowohl bei Mitarbeitern als auch beim Umsatz. Gleichzeitig gebe es eine „gewaltig hohe Anzahl von Studierenden, die das Studium nicht beenden“, so Harl weiter. Es gehe auch darum, die Expertise der alten Mitarbeiter im Haus zu halten. Sie sollten steuerfrei in der Pension noch ein paar Jahre weiter arbeiten können. 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter würden in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen.
40 Prozent schließen Ausbildung nicht ab
Kläglich versagt hätte man bei der Aktivierung von Arbeitskräften aus der Ukraine. „Wir hätten unsere Tore weit aufmachen müssen“, so Harl bei der Präsentation des IKT-Statusreport 2023. Gut laufe es im Bereich Lehrlinge, mittlerweile gebe es 2900 IT-Lehrlinge in 1200 Betrieben. Schlechter schaue es im FH- und Uni-Bereich aus, den 28.000 fehlenden Fachkräften würden lediglich 16.641 Absolventinnen und Absolventen an Fachhochschulen und Universitäten gegenüberstehen, die von 2016 bis 2022 ihr Studium abgeschlossen hätten. Gut 40 Prozent der Studenten schließen ihre Ausbildung nicht ab.
Zähe Kollektivverhandlungen
Vor zwei Wochen haben sich Arbeitgeber und die Gewerkschaft GPA auf den Kollektivvertrag für heuer und nächstes Jahre geeignet, mit neun Verhandlungsrunden waren dafür ungewöhnlich viele Gesprächsrunden erforderlich. Für die rund 90.000 IT-Beschäftigten steigen die Brutto-Mindestgehälter 2024 um 7,8 Prozent, die IST-Gehaltssumme um 7,25 Prozent, bei einem Mindestbetrag von 175 Euro. Die Einigung gilt rückwirkend mit Jahresbeginn, für 2025 wurde eine Erhöhung der IST-Gehaltssumme um 0,65 Prozent und der Mindestgehälter um 0,15 Prozent über der Jahresinflation vereinbart.
Verhandlungsgrundlage war die durchschnittliche Jahresinflation des vergangenen Jahres von 7,8 Prozent. Die Arbeitgeber betonten am Donnerstag, dass in der Branche ohnehin über Kollektivvertrag bezahlt werde.
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