Do, 20. Juni 2019
02.07.2012 08:37

14 Menschen verletzt

Großbrand wütete in der Innenstadt von Baden

Fast sechs Stunden lang haben in der Nacht auf Montag 270 Mann von 17 Feuerwehren einen Großbrand in der Badener Innenstadt bekämpft. Vier Dachstühle mehrgeschoßiger Wohnhäuser wurden ein Raub der Flammen. 14 Menschen, unter ihnen fünf Helfer der Löschtrupps, wurden verletzt. Kriminalisten nahmen die Ermittlungen zur Klärung der Brandursache auf. Laut Bürgermeister Kurt Staska sei der Brand die "größte Katastrophe der vergangenen Jahrzehnte im innerstädtischen Bereich".

Aus bisher unbekannter Ursache war am Sonntag gegen 22.30 Uhr im Dachstuhlbereich eines zweistöckigen Mehrparteienhauses in der Renngasse 7 in Baden bei Wien ein Brand ausgebrochen. Trotz permanenter Aufforderung, ihre Wohnungen zu verlassen, weigerten sich manche Bewohner, ins Freie zu flüchten, berichtete das Landesfeuerwehrkommando Niederösterreich. Erst nachdem dichter Rauch ins Gebäude eingedrungen war, hätten die Mieter den Ernst der Lage erkannt - im letzten Augenblick. Sieben Personen mussten über Feuerwehrleitern gerettet werden.

Brand durch Funkenflug ausgebreitet
Noch während der Evakuierungsmaßnahmen griffen die Flammen, angefacht durch heftigen Wind und massiven Funkenflug, auf die Dachstühle der Nachbarhäuser in der Renngasse 5 und in der Beethovengasse 4 bis 6 über. Um eine großflächige Ausbreitung des Brandes in der Badener Innenstadt zu verhindern, setzte die Feuerwehr auch drei Hebebühnen ein. Die Flammen wurden so aus 30 Metern Höhe bekämpft. Gleichzeitig unternahmen Atemschutztrupps einen "umfassenden Innenangriff".

Komplizierter Einsatz in engen Innenhöfen
Auch wegen der verwinkelten Anordnung der Mehrparteienhäuser war die Brandbekämpfung eine große Herausforderung, so die Feuerwehr. Deswegen konnten die Flammen nicht überall von Hebebühnen aus bekämpft werden, da die Einsatzfahrzeuge in engen Innenhöfen nicht aufgestellt werden konnten.

"Brand aus" gab es laut Landesfeuerwehrkommando erst um 4.30 Uhr. Zehn Personen wurden laut Landeskliniken-Holding ins Klinikum Baden eingeliefert, drei waren am Montagvormittag noch in stationärer Behandlung. Mehrere Bewohner der vom Brand betroffenen Objekte mussten noch in der Nacht in Hotels untergebracht werden.

Am Montagvormittag liefen auch die Ermittlungen zur Klärung der Brandursache an. Die Erhebungen werden vom Bundes- und Landeskriminalamt geführt. Zur Höhe des entstandenen Schadens lagen zunächst keine Angaben vor.

Krisensitzung einberufen
Stadtchef Staska berief zudem umgehend eine Krisensitzung ein, um den Opfern des Brandes so rasch wie möglich effiziente Hilfe zukommen zu lassen. "Jene Menschen, die in einem Gebäude der Immobilien Baden GmbH wohnhaft waren, werden von der Stadt sofort Ersatzwohnungen zur Verfügung gestellt bekommen", teilte das Rathaus mit. Außerdem wurde unter der Telefonnummer 02252/400-442 eine Hotline (8 bis 16 Uhr) für die Betroffenen eingerichtet. Außerhalb dieser Zeit erteilt die Stadtpolizei unter 02252/400-0 Auskunft.

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