Unvorstellbare Lage
Waldbrände wüten in Colorado – 32.000 Menschen fliehen
"Dies ist ein Feuersturm unvorstellbarer Ausmaße", sagte Feuerwehrchef Richard Brown. Eine apokalyptisch wirkende Rauchwolke hänge über der 420.000 Einwohner zählenden Stadt an den Ausläufern der Rocky Mountains (siehe Video in der Infobox). Wohngebiete und die im Stau steckenden Autos fliehender Menschen seien von Asche bedeckt worden. Die in Richtung Osten führenden Straßen von Colorado Springs seien verstopft.
"Die Menschen drehen durch", sagte eine Augenzeugin. "Man fährt durch Qualm, es ist pechschwarz und es fällt tonnenweise Asche auf die Straße."
Windböen entfachen das Feuer immer wieder
Bei brütender Hitze und großer Trockenheit fachen Windböen mit Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 100 Stundenkilometern die Flammen immer wieder explosionsartig an. In Colorado Springs kletterten die Temperaturen auf 38 Grad Celsius.
Im Waldo Canyon nordwestlich der Stadt wütete der Waldbrand auf einer Fläche von gut 20 Quadratkilometern. Erst fünf Prozent des Feuers konnten unter Kontrolle gebracht werden, hieß es.
Die Feuerwehr appellierte an die Menschen, ihre Mobiltelefone nur noch für Notrufe zu nutzen. Die Polizei teilte mit, dass die Versorgung der nordwestlichen Teile von Colorado Springs mit Strom und Gas unterbrochen werde.
"Es sieht aus wie nach einer militärischen Invasion"
Gouverneur John Hickenlooper überflog das Gebiet in einem Hubschrauber und zeigte sich schockiert über das Ausmaß des Infernos: "Aus der Luft sieht es aus wie nach einer militärischen Invasion", sagte er. "Ich sah Häuser, die bis auf die Grundmauern niedergebrannt waren, es war surrealistisch", ergänzte er laut Nachrichtensender CNN.
In Colorado kämpfen Tausende Feuerwehrleute schon seit Tagen gegen mehrere Brände. Unterstützt werden sie von etwa 100 Löschflugzeugen und -hubschraubern. Die Brände zerstörten bereits eine Fläche von 330 Quadratkilometern und zählen damit laut der "Denver Post" zu den zweitgrößten in der Geschichte des Bundesstaates. Allein bei Fort Collins habe das Feuer fast 260 Häuser zerstört.
Südosten der USA leidet dagegen unter Flut
Doch nicht nur Colorado leidet unter dem Wetter, auch im Südosten der USA kämpfen die Menschen - und zwar mit Ausläufern von Tropensturm "Debby". Insbesondere in Florida haben lang anhaltende Regenfälle für Überschwemmungen gesorgt. Die Fluten machten mancherorts Evakuierungen notwendig, Straßen wurden überschwemmt und Zigtausende Haushalte waren zeitweise ohne Strom, wie der TV-Sender CNN am Dienstag berichtete. Der Nationale Wetterdienst warnte, dass weiterhin mit extremen Regenfällen zu rechnen sei.
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