Drama in Indien

Mädchen (5) fiel in Bohrloch – nach Tagen tot geborgen

Ausland
24.06.2012 16:56
Berichte über einen dramatischen Rettungseinsatz haben in den vergangenen Tagen die Medien in Indien beherrscht. Bis zuletzt bangte die Öffentlichkeit um die kleine Mahi, die an ihrem fünften Geburtstag beim Spielen mit anderen Kindern in der Stadt Manesar im Bundesstaat Haryana in ein Bohrloch gefallen war. Seit Mittwoch war das Mädchen in rund 21 Metern Tiefe gefangen. Am Sonntag wurde die Fünfjährige geborgen, doch es war zu spät.

Mahi war umgehend nach ihrer Bergung ins Krankenhaus eingeliefert worden, die Ärzte konnten aber nur mehr den Tod feststellen. Sie sei an Sauerstoffmangel gestorben, möglicherweise schon nach wenigen Stunden im Bohrloch, hieß es am Sonntag. Die Eltern der Kleinen hatten laut örtlichen Medienberichten noch auf ein Wunder gehofft und stehen unter schwerem Schock.

Mahis Vater dürfte den Moment, in dem seine Tochter das Bewusstsein verlor, unmittelbar mitbekommen haben. "Ich habe sie immer wieder aus dem Loch schreien gehört. Ich habe sie auch gerufen, bis ihre Stimme irgendwann leiser wurde und ich nichts mehr hörte", so Neeraj Upadhay in einem TV-Interview.

"Korruption hat Mahi getötet"
Die indische Armee und andere Einsatzkräfte - von Hunderten Helfern war die Rede - hatten rund 85 Stunden lang ununterbrochen daran gearbeitet, Mahi zu retten. Unter anderem wurde Sauerstoff in das Loch gepumpt und ein Felsen durchbohrt, der den Weg zu dem Kind blockierte. Offenbar hatten es die Helfer bereits vor der letztlichen Bergung am Sonntag geschafft, zu dem Kind durchzudringen, ein Rettungsversuch sei aber im letzten Moment gescheitert.

Indische Medien gehen nun hart mit den Behörden bzw. der Regierung ins Gericht. Neben Kritik am angeblich zu zaghaften Rettungseinsatz wird auch das Hinwegsehen über illegale Bohrungen sowie eine allgemeine Bestechlichkeit im Verwaltungsapparat kritisiert. "Korruption hat Mahi getötet", klagt etwa die "Times of India" an.

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