Schauspiel der Natur

Gigantische Wolke über Peking glich “Atomexplosion”

Ausland
18.06.2012 19:08
Eine gigantische Gewitterwolke (Bild) über Chinas Hauptstadt Peking hat vergangene Woche für bange Minuten gesorgt. Die Formation sah einer Atomexplosion erschreckend ähnlich, stellte sich aber letztlich als harmloses Schauspiel der Natur heraus. Fotos und auf YouTube veröffentliche Videoaufnahmen zeigen nun erstmals das ganze Außmaß des ungewöhnlichen Ereignisses.

Augenzeugen verglichen das Bild, das sich ihnen am 14. Juni über der Skyline von Peking bot, mit der "Explosion einer Atombombe". Die gigantischen Gewitterwolke, Experten zufolge von der Wolkengattung Cumulonimbus, erreichte eine Höhe von mehreren Kilometern und war - von zahlreichen Blitzen begleitet - für etwa eine Stunde über dem Himmel der chinesischen Hauptstadt zu sehen.

Spektakuläre Aufnahmen
Ein auf der Internetplattform YouTube veröffentlichtes, von einem Hochhaus aus aufgenommenes Video zeigt ungeschnittenes Material von der spektakulären Gewitterwolke (siehe Video oben). Ein weiteres Video dokumentiert - allerdings in einer bearbeiteten Version - die Wolke über Peking aus einer anderen Perspektive. Zahlreiche Medien veröffentlichten zudem Fotos der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua von dem wohl einzigartigen Naturschauspiel.

Befürchtungen, es könne sich um eine Explosion, etwa im Zusammenhang mit einem Industrieunfall, oder eine andere größere Umweltverschmutzung handeln, stellten sich zum Glück rasch als unbegründet heraus.

In den großen Städten Chinas gibt es immer mehr Luftverschmutzung. Den Behörden wird oft vorgeworfen, sie unterschätzten das Problem in urbanen Ballungsgebieten, vor allem in Peking. Erst Anfang Juni hatte China die US-Botschaft in Peking dazu aufgefordert, Messungen der Luftverschmutzung nicht mehr zu veröffentlichen. Diese Praxis, so die Begründung, sei gegen diplomatische Konventionen - und gegen das Gesetz.

Gelbliche Rauchwolke in Wuhan gibt Rätsel auf
Nicht ganz so leicht zu erklären wie die Gewitterwolke über Peking ist indessen eine gelbliche Rauchwolke, die vor einer Woche die mittelchinesische Metropole Wuhan einhüllte. War der Ursprung der Wolke zunächst unbekannt, kamen in Internetforen Gerüchte auf, ein Chlorleck in einer Chemiefabrik oder eine Explosion in einer Stahlraffinerie könnten die ungewöhnliche Wolkendecke über der Stadt ausgelöst haben, berichtete der "Economic Observer".

Davon wollten die Provinzbehörden jedoch nichts wissen. Offiziellen Angaben zufolge habe die Verbrennung von Stroh in den umliegenden Gebieten Wuhans die Rauchwolken verursacht, hieß es in einer Meldung Xinhuas. Demnach würden viele Bauern die Nutzpflanzen, die nach der Ernte auf ihren Felder liegen bleiben, verbrennen.

Internetuser wegen Spekulationen festgenommen
Mit dem offiziellen Statement nicht genug, wurden zudem zwei Internetuser, die zuvor über Industrieunfälle als möglichen Auslöser diskutiert hatten, von der Polizei festgenommen. Die Kritik an den Behörden reißt aber deshalb nicht ab. So ist auch Augenzeuge Li Yunzhong von der Strohverbrennung als Ursache nicht überzeugt: "Ich bezweifle das", sagte er gegenüber AFP, "wir praktizieren keinen groß angelegten Wanderfeldbau in unserer Region."

Wuhan ist die Hauptstadt der Provinz Hubei und ein wichtiges industrielles Zentrum Mittelchinas. Viele ausländische Firmen betreiben in der Region Fabriken, darunter etwa der französische Automobilkonzern PSA Peugeot Citroën.

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