05.06.2012 08:44 |

Aus für Friedensplan

Annan: "In Syrien herrscht vielleicht schon Bürgerkrieg"

Der UNO-Sondergesandte Kofi Annan befürchtet, dass Syrien schon in einen Bürgerkrieg abgeglitten sein könnte, wie sein Sprecher Ahmad Fawzi am Montag erklärte. Kurz zuvor hatten die Aufständischen den von Annan ausgearbeiteten Friedensplan aufkündigt und massive Angriffe auf Regierungstruppen gestartet.

Möglicherweise sei nun die Zeit für die Staatengemeinschaft gekommen, um zu überprüfen, wie eine Umsetzung des internationalen Friedensplans erreicht werden könne, meinte der UNO-Sondergesandte. Laut Annans Plan sollte ab dem 12. April eine Feuerpause gelten. Diese wurde aber immer wieder verletzt. Die syrische Führung und die Rebellen machen sich gegenseitig dafür verantwortlich.

Annan will dem UNO-Sicherheitsrat am Donnerstag Bericht erstatten. Bei dem seit etwa 15 Monaten anhaltenden Aufstand gegen Präsident Bashar al-Assad sind nach UNO-Angaben mehr als 10.000 Menschen getötet worden.

Wiederaufbau Syriens bereits in Planung
Unterdessen wird der Wiederaufbau Syriens nach einem möglichen Sturz Assads in Berlin geplant. Die "Gruppe der Freunde des syrischen Volks", die eine Beilegung des Konflikts vorantreiben will, richtete dafür eine Anlaufstelle in der deutschen Hauptstadt ein, wie das deutsche Auswärtige Amt der "Financial Times Deutschland" bestätigte. Der Leiter des neu eingerichteten Sekretariats habe bereits seine Arbeit in Berlin aufgenommen, sagte eine Ministeriumssprecherin der Zeitung.

Die deutsche Regierung stehe hinter dem Projekt, "damit nach einem Ende der Gewalt nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich ein Neuanfang gelingt", sagte sie. Die Kosten des Sekretariats teilen sich demnach Deutschland und die Vereinigten Arabischen Emirate.

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