Rote Box und Bier. Hat eine Partei, die unter dem Namen „Rote Box“ kostenlose Monatshygieneartikel fordert, um wie gesagt wird, „Periodenarmut“ entgegenzuwirken und nebenbei einen Bierbrunnen sprudeln lassen will Chancen, ernst genommen zu werden? Vielleicht wird sie nicht ernst genommen, aber die Bierpartei hat dennoch realistische Chancen, in den nächsten Nationalrat einzuziehen. Nicht nur Meinungsforscher Peter Hajek, hält die Wahrscheinlichkeit für hoch, dass der Wiener Rockmusiker, Arzt, Kabarettist und Hobbypolitiker Dominik Wlazny alias Marco Pogo mit seiner Bierpartei ins Parlament gewählt wird. „Die Partei steht politisch links der Mitte, und Pogo selbst kommt querbeet gut an“, meint Hajek und analysiert heute in der „Krone“, dass es inhaltlich keinerlei Unterschied zur SPÖ und den Grünen gebe. Der Meinungsforscher meint: „Sein Unterscheidungsmerkmal ist der neue, frische Wind. Das ist es.“ Das hat bei den Präsidentschaftswahlen 2022 bekanntlich immerhin zu Platz 3 gereicht. Mit Bier und Roter Box wird er grüne und rote Wähler „anzapfen“.
Müder Kurz-Prozess. Mit frischem Wind punktete noch vor gar nicht langer Zeit auch Sebastian Kurz. Der türkise Heilsbringer machte seine Partei zur „neuen Volkspartei“. Mittlerweile sieht er - wie auch längst wieder die ÖVP - einigermaßen alt aus, zumindest im übertragenen Sinn. Wie alle wissen, plumpste Kurz aus der Politik und steht nun seit Monaten als Angeklagter wegen Falschaussage vor dem Parlaments-Untersuchungsausschuss vor Gericht. Auch am Dienstag. Die „Krone“-Gerichtsbeobachter berichten, dass sich dort längst auch Müdigkeit eingeschlichen hat. War an den ersten Prozesstagen das Gericht zum Platzen gefüllt, verirrt sich nun nur noch gut ein Dutzend Zuhörer in den Saal. Vielleicht auch deshalb, weil wieder weitere Zeugen den angeklagten Ex-Kanzler entlasten. Das ist dann eben nicht so spektakulär wie ein Auftritt des ehemaligen Kurz-Vertrauten Thomas Schmid, der den noch immer jungen Altpolitiker schwer beschuldigte.
Kommen Sie gut durch den Mittwoch!
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.