"Spitzenreiter" Asien
Fast 21 Millionen Menschen Opfer von Zwangsarbeit
Von den 20,9 Millionen Zwangsarbeitenden werden 90 Prozent in der Privatwirtschaft ausgebeutet, der Rest vom Staat. Gut ein Viertel ist weniger als 18 Jahre alt, 22 Prozent werden Opfer sexueller Gewalt. Mehr als zwei Drittel der Zwangsarbeit finden sich in der Landwirtschaft, auf dem Bau, in der Hausarbeit oder in der handwerklichen Produktion.
Die neue Schätzung des ILO liegt über der früheren Erhebung aus dem Jahr 2005, als noch 12,3 Millionen Zwangsarbeitende geschätzt wurden. Ein Vergleich ist nicht möglich, da dieses Mal eine neue Erhebungsmethode benutzt wurde. Wie die Studienverantwortliche Beate Andrees erklärte, reflektiert die größere Zahl der Opfer die höhere Zahl der eingegangenen Berichte.
Asien mit weitaus größtem Anteil
Von allen Zwangsarbeitenden weist Asien mit 56 Prozent den größten Anteil auf. An zweiter Stelle liegt Afrika mit 18 Prozent, an dritter Lateinamerika mit neun Prozent. In den Industriestaaten leben etwa 1,5 Millionen Menschen unter Zwangsarbeitsbedingungen, was sieben Prozent des weltweit Betroffenen darstellt.
In Zentral- und Südosteuropa - exklusive den EU-Ländern - und in der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten leben weitere 1,6 Millionen Opfer. Im Nahen Osten schätzt das ILO die Zahl auf 600.000. Nach Ländern ist die Zwangsarbeit in Indien, Pakistan und Brasilien am stärksten verbreitet.
Zwangsarbeit bedeutet, dass die Betroffenen gegen ihren Willen von ihrem Arbeitgeber oder Anwerber festgehalten werden und einer Tätigkeit nachgehen müssen. Als Zwangsmittel gelten neben der Gewalt auch Methoden wie die Schuldknechtschaft, die Abnahme der Dokumente oder die Drohung mit einer Anzeige etwa wegen Schwarzarbeit.
Kronen Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen 






Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.