Premiere für „Die Angestellten“ nach dem Roman der dänischen Lyrikerin Olga Ravn im Wiener Volkstheater. Ernüchterndes Fazit: schöne Bilder, gutes Ensemble, aber öde Inszenierung!
Das erste Dutzend Zuseher verließ die Vorstellung noch in der ersten Hälfte der Vorstellung, manche waren da schon sanft entschlummert: „Die Angestellten“ ließen sich wahrlich Zeit, um in Gang zu kommen. In einem Raumschiff in ferner Zukunft arbeiten künstliche und echte Menschen Tag für Tag im selben Trott vor sich hin, den Unterschied erkennt man nicht bis kaum. Erst als die Besatzung bei einer Mission Relikte menschlicher Vergangenheit findet, die vor allem die Humanoiden beeindrucken, sind zarte Brüche zu erkennen. Dabei bleibt es nicht, es wird emotional in beiden Gruppen, bis es zum letalen Konflikt kommt.
Zeugenaussagen der sich anbahnenden Katastrophe begleiten die Handlung der dänischen Autorin Olga Ravn. Das klingt aufregender, als es das deutsche Regie-Wunderkind Alexander Giesche inszeniert: Er zwingt ein herausragend gutes Ensemble über fast zweieinhalb Stunden zu hoppeln, zu putzen und ewig Memory zu spielen. Eine spießige deutsche Schauspiel-WG aus Wien Neubau hat das Raumschiff Enterprise übernommen, langweilt sich und die Zuseher zu Tode. Betrachtet man den Abend nur visuell, bleiben hübsche bunte Bilder bis zum Ende im großartigen Trockenrauch-Klubraum. Vom Volkstheater erwartet man aber längst mehr.
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