Aufpassen im Netz

„Hallo Süße, bin 38 Jahre, stehe auf junge Girls“

Oberösterreich
24.01.2024 08:00

Welser Pädophiler ging im Internet ungeniert auf Jagd nach Kindern, um sie sexuell auszunützen. Wie hoch der Anteil an Mädchen, aber auch Buben, ist, die solche „Grooming“-Erfahrungen haben, ist erschreckend. Expertin rät aber Eltern davon ab, die Handys der Kinder rigoros zu checken. 

„Hallo Süße, ich bin 38 Jahre und stehe auf junge Girls - stört dich das?“ Völlig ungeniert ging jener Pädophile (41), der in Wels nicht rechtskräftig zu vier Jahren Haft und Einweisung in eine forensische Anstalt verurteilt worden war, auf die Jagd nach Mädchen um die zehn Jahre. Viele Kinder reagierten nicht, manche schrieben „Bist du grauslich“, aber andere bissen an: 20.000 perverse Chats, bei denen sich die Kinder auch nackt auszogen und sexuelle Handlungen vollzogen, waren am Rechner des Mannes gespeichert.

Die meisten Täter tarnen sich
„So offen gehen die wenigsten Täter vor. Die meisten verschleiern Alter oder Geschlecht“, weiß Christine Winkler-Kirchberger, Leiterin der Kinder- und Jugendanwaltschaft OÖ. Das „Grooming“, also das Heranschleichen an Unter-14-Jährige im Internet, findet meist auf harmlosen Spieleseiten statt, die Täter geben sich oft als Gleichaltrige aus, nützen die Naivität der Kinder und Teenager aus. „Bei Jugendlichen ist es oftmals ein Liebesbeweis, dass man sich intime Bilder via Handy schickt“, erklärt die Jugendanwältin das „Sexting“. Und erklärt die Gefahren, die Eltern ihrem Nachwuchs mit auf den Weg geben müssen: „Ist man sich sicher, wer tatsächlich die Bilder sieht? Und ist man sich bewusst, dass diese auch weitergeschickt oder missbräuchlich, etwa für Erpressungen?“

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Eltern sollten keinesfalls geheim das Handy der Kinder kontrollieren. Das wäre ein Vertrauensbruch wie das Lesen eines Tagebuchs.

Christine Winkler-Kirchberger rät zu vertrauensvollem Umgang

40 Prozent der Mädchen sexuell belästigt
Rund 40 Prozent der Mädchen und 15 Prozent der Buben haben schon Erfahrungen mit sexuellen Belästigungen im Internet gemacht. „Die Kinder müssen über die Gefahren aufgeklärt sein und im Idealfall eine Vertrauensperson haben, mit der sie darüber sprechen können“, erklärt Winkler-Kirchberger.

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