Zu spät, zu wenig und zu langsam. Niederösterreichs SPÖ-Chef Sven Hergovich übt Kritik an der grünen Verkehrsministerin Leonore Gewessler und will, dass das Land beim Ausbau der Infrastruktur nun auf das Gaspedal steigt.
Zur verbalen Entgleisung seines Genossen Andreas Kollross – die „Krone“ berichtete – hat sich SPÖ-Landeparteischef Sven Hergovich auch im neuen Jahr noch immer nicht geäußert. Dafür übt Niederösterreichs selbst ernannte „Kontroll-Landesrat“ neuerdings nicht mehr „nur“ Kritik an der Landes- sondern jetzt auch an der Bundesregierung, konkret der grünen Verkehrsministerin Leonore Gewessler.
Pünktlichkeit geht zurück
Laut den Berechnungen der blau-gelben Roten ging es mit der Pünktlichkeit unter der grünen „Öffi-Ministerin“ just in Österreichs größtem Bundesland nämlich stetig bergab. Im Jahr 2020 lag diese laut den roten Rechnern bei 97,2 Prozent. 2022 sei sie auf 95,5 Prozent gesunken. Im November 2023 fuhren gar nur noch 95,5 Prozent der Züge pünktlich aus und ein. Noch schlimmer sei die Quote im Fernverkehr. Phasenweise seien die ÖBB im weiten Land sogar unter den vorgeschriebenen Pünktlichkeitsgrad von 95 Prozent gefallen und hätten rund um die Weihnachtsfeiertage Pendler beim Warten im Regen stehen gelassen, heißt es aus der SPÖ-Zentrale. „Die fleißigen Mitarbeiter der ÖBB haben aber keine Schuld an den Zugverspätungen“, stellt Hergovich klar.
Land soll Verbesserungen auf Schiene bringen
Diese trage indes Ministerin Gewessler, die Klientelpolitik betreibe, bei welcher der Ausbau der Infrastruktur zu kurz komme. „Auch das günstigste Klimaticket wird uns nichts bringen, wenn der Zug gar nicht oder viel zu spät kommt“, erklärt der SPÖ-Chef. Im Verkehrsministerium wollte man nicht zu den Vorwürfen Stellung nehmen. Zu große Unterschiede ortet Hergovich aber auch bei der Anbindung ans Öffi-Netz. Im weiten Land würden 66 Prozent der Einwohner nur über eine Basisversorgung oder gar keine Anbindung ans Öffis-Netz verfügen. In Vorarlberg sei der Wert nur etwa halb so hoch. Auch deshalb fordert Niederösterreichs SPÖ-Chef mehr Geld vom Land, um Verbesserungen im Öffi-Bereich auf Schiene zu bringen. Im rot regierten Wien werde pro Kopf immerhin fast sechsmal so viel Geld in die Öffi-Infrastruktur gepumpt, wie in Niederösterreich.
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