Mo, 18. Juni 2018

Gewusst wie

15.05.2012 16:32

So punktest du im Bewerbungs-Gespräch

Das persönliche Gespräch ist meist jene Stufe im Bewerbungsprozess, in der sich entscheidet, ob ein Kandidat wirklich für die ausgeschriebene Position infrage kommt. Umso wichtiger daher, dass du dich gut präsentierst. Du kannst das Gespräch durch dein Verhalten aktiv steuern und damit die Entscheidung zu deinen Gunsten beeinflussen. Wie das funktioniert, erfährst du hier.

Erster Eindruck
Auch wenn es altbekannt ist: Der erste Eindruck ist und bleibt ausschlaggebend dafür, wie das gesamte weitere Gespräch verläuft. Achte daher auf dein Äußeres, deine Kleidung. Du solltest ein authentisches Bild von dir erzeugen, das nicht aufgesetzt wirkt. Deine Kleidung sollte dein Selbstbewusstsein unterstreichen, deine Souveränität, und sollte ausstrahlen, dass du weißt, was du tust, und an dem Job interessiert bist.

Einige kleine Verhaltensregeln gibt es bereits für die ersten Sekunden und Minuten. Du meldest dich normalerweise am Empfang an und wirst dann vom Personalverantwortlichen, deinem Ansprechpartner, abgeholt. Nutze die Zeit, um dein Handy auszuschalten. Solltest du die Wartezeit sitzend verbringen, dann erhebe dich, wenn der Personalverantwortliche zu dir kommt. Ergreife die Hand deines Gegenübers, sofern er dir die seine entgegenstreckt, und nenne nach der Begrüßung deinen Namen: "Guten Tag, Max Muster." Achte darauf, einen festen Blickkontakt aufzubauen, zu lächeln und einen selbstbewussten Händedruck zu haben. Leidest du wegen der Aufregung an feuchten Händen, dann versuche eine leicht hohle Handhaltung, da man hier den geringsten Handflächenkontakt hat.

Anpassung
Orientiere dich am Verhalten deines Gesprächspartners. Scheint er Smalltalk machen zu wollen, dann gehe darauf ein – jedoch ohne dein Herz auf der Zunge zu tragen. Denn bereits vor Beginn des offiziellen Gesprächs lieferst du durch den Smalltalk Informationen, an die sich der Personalverantwortliche später erinnern kann. Wenn du das Büro deines Ansprechpartners betrittst, dann setz dich nicht unaufgefordert an einen Platz, sondern warte, welcher Stuhl dir zugewiesen wird. Kommt keine entsprechende Aufforderung, dann frag nach, wohin du dich setzen darfst.

Achte auf eine aufrechte Haltung, strecke deine Schultern zurück, deine Hände sollten locker ineinander gelegt sein und für dein Gegenüber sichtbar sein. Wird dir ein Getränk angeboten, dann verlange am besten nach Leitungswasser, da es in einer Stresssituation am leichtesten verträglich ist. Kaffee macht dich nur noch unruhiger, Mineralwasser erzeugt ein oft unangenehmes Völlegefühl. Wird dir eine Zigarette angeboten, solltest du – auch wenn du Raucher bist – ablehnen, das erzeugt einen positiveren Eindruck.

Während des Gesprächs
Habt ihr das Vorgeplänkel erfolgreich hinter euch gebracht, geht es zur Sache. Meist wirst du gebeten, eine Kurzform deines Lebenslaufs zu präsentieren. Diesen solltest du im Kopf bereits parat haben, damit du nicht erst zu improvisieren beginnen musst und flüssig erzählen kannst. Nenne jeweils den Zeitraum, das Unternehmen sowie die Position, in der du dort tätig warst, und beschreibe kurz den Inhalt deiner Tätigkeit. Hast du häufige Wechsel hinter dir, beschreibe kurz den Grund. Dieser sollte möglichst nachvollziehbar sein und keine Rückfragen aufwerfen.

Dann musst du auch mit deinen Qualifikationen überzeugen. Der Interviewer wird dich nach allen Regeln der Kunst abklopfen, um zu sehen, wie du reagierst und wie du dich im Gespräch gibst. Achte daher darauf, nicht zu schnell zu sprechen und Gesten gezielt, aber nicht überbordend einzusetzen. Du darfst auch Gedankenpausen einlegen. Scheue dich nicht, bei Fragen, die du nicht einschätzen kannst, nachzufragen, wie diese zu verstehen sind. Das zeigt Interesse und dass es dir wichtig ist, was dein Gegenüber von dir wissen möchte. Auch bei kniffeligen Fragen solltest du immer freundlich bleiben. Werden dir Fragen nach deinem Familienstand oder Familienplanung gestellt, dann bleibe oberflächlich und antworte kurz. Verzichte jedoch auf Antworten, wie "Sie wissen, dass Sie mir diese Frage nicht stellen dürfen" – das erzeugt kein gutes Klima.

Fragen
Du kannst das Gespräch auch gut selbst aktiv mitgestalten, indem du Fragen stellst. Fragen zeugen von Interesse, sollten aber gezielt eingesetzt werden. Etwa dahingehend, dass du Hintergründe zum Unternehmen oder zu der Position erfragst. Du kannst dich beispielsweise auch hinsichtlich der Einarbeitungsphase erkundigen, der Zusammensetzung des Teams oder Aspekte der Positionsbeschreibung genauer hinterfragen.

Gehaltsvorstellung
Diese Frage ist oft ein Punkt, an dem sich das Bewerbungsgespräch entscheidet. Denn setzt du dein Wunschgehalt zu hoch an, schießt du dich selbst aus dem Rennen. Es kann daher Sinn machen, eine Bandbreite anzugeben, innerhalb derer sich dein Wunschgehalt einpendeln sollte. Dieses wird sich dann oft in der Mitte dieser Bandbreite bewegen oder am unteren Ende angesiedelt sein - mit Option auf Erhöhung nach Ende der Einarbeitungszeit. Es ist in Ordnung, dein Wunschgehalt auch über dem angegebenen Kollektivvertraglichen Mindestentgelt anzusetzen (vor allem, wenn Bereitschaft zur Überzahlung angegeben wird), sollte aber auch nicht utopisch weit davon entfernt sein.

Gesprächsausklang
Wenn sich das Gespräch dem Ende zuneigt, solltest du wissen, wie es weitergeht: Wann meldet man sich bei dir, sollst du dich selbst melden? Wird dir diese Information nicht gegeben, dann frage einfach nach. Danke deinem Gegenüber für das angenehme Gespräch, wünsche noch einen schönen Tag und verabschiede dich freundlich. Verzichte auf überflüssige Floskeln wie "Ich hoffe, dass Sie sich für mich entscheiden" oder "Ich gehe davon aus, dass Sie ein gutes Bild von mir gewonnen haben, und freue mich auf die Zusammenarbeit". Das wirkt arrogant und bringt Minuspunkte. Wenn du einfach natürlich und selbstbewusst sowie höflich durch das gesamte Gespräch gehst, hast du gute Chancen zu überzeugen.

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