Fehlendes Personal

WK-Präsidentin will Saisonkontingent abschaffen

Tirol
26.12.2023 18:00
Porträt von Tiroler Krone
Von Tiroler Krone

Volle Skihütten, ausgebuchte Hotels - aber zu wenig Köche? Aufgrund des nach wie vor eklatanten Mitarbeitermangels im Tourismus hat sich Tirols Wirtschaftskammerpräsidentin Barbara Thaler für das Aus des Saisonniers-Kontingents für Arbeitskräfte aus Nicht-EU-Staaten ausgesprochen. 

Der Arbeitsmarkt gehöre geöffnet, ansonsten habe Österreich einen massiven Standortnachteil, sagte Thaler im Interview mit der Nachrichtenagentur APA. „Es wird immer schwieriger, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus anderen Ländern anzuziehen“, hielt Thaler fest. Nicht zuletzt deshalb, weil die Nachbarländer Deutschland und die Schweiz „den Arbeitsmarkt für Menschen außerhalb der EU wesentlich vereinfacht“ haben.

„Wir müssen uns durch Kontingentanträge quälen“
„Brauchen wir momentan im Tourismus überhaupt noch ein Kontingent-Instrument? Wir haben Vollbeschäftigung und die Betriebe brauchen dringend Mitarbeiter - und wir müssen uns durch Kontingentanträge quälen“, ärgerte sich die WK-Präsidentin, die erst seit Kurzem im Amt ist. Für den „Moment“ gehöre das Instrument weg - auch wenn das Kontingent vom Bund heuer auf rund 1200 massiv erhöht worden sei. Zuletzt hieß es von Branchenvertretern, dass zwischen 6000 und 8000 Stellen für die Wintersaison nicht besetzt werden können.

Zitat Icon

Brauchen wir momentan im Tourismus überhaupt noch ein Kontingent-Instrument?

Tirols WK-Präsidentin Barbara Thaler

Prinzipiell vertrat Thaler die Meinung: „Wenn jemand arbeiten will, dann soll er bitte arbeiten dürfen.“ Auch Asylwerbende sollen laut Thaler arbeiten dürfen - wenngleich ihr bewusst sei, dass dies „juristisch nicht ganz einfach“ sei - doch diese „Aufgabe liegt in Wien.“ Gleichzeitig müsse man beim Sozialsystem ansetzen und hinsichtlich Arbeitslosengeld, Mindestsicherung und Notstandshilfe mehr „Balance“ hineinbringen - arbeiten zu gehen müsse sich jedenfalls lohnen.

Anreise künftig umweltfreundlicher
Die EU-Parlamentarierin, deren Steckenpferd die Verkehrspolitik ist, glaubte indes daran, dass die Anreise nach Tirol - die Achillesferse in der CO₂-Bilanz der Branche - künftig umweltfreundlicher vonstattengehen werde. Sie wehrte sich gegen das „Verdammen von Flugreisen“, denn es würden „ohnehin total wenige Flugzeuge in Innsbruck landen.“ 

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