Deutschland gefragt

Asylanträge in der EU um 22 Prozent gestiegen

Ausland
25.12.2023 10:45
Porträt von krone.at
Von krone.at

Bis Ende Oktober wurden in der Europäischen Union (EU) rund 937.000 Asylanträge registriert. Das ist ein Plus von 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der größte Anstieg wurde in Deutschland verzeichnet.

In unserem Nachbarland zählte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) bis Ende November 325.801 Asylanträge, das ist ein Plus von 52 Prozent im Vergleich zu den ersten elf Monaten des Vorjahres. Damit bleibe Deutschland das Hauptzielland, teilte die Asylagentur der Europäischen Union (EUAA) mit. Auf dem zweiten und dritten Platz landeten im Oktober Frankreich und Italien.

EUAA-Direktorin Nina Gregori prognostizierte, dass in diesem Jahr insgesamt „deutlich über eine Million“ Asylanträge in der EU gestellt werden würden. Mit einem Rückgang der Zahlen rechnet sie vorerst nicht. „Die Welt um uns herum wird immer instabiler. Das Schutzbedürfnis der Flüchtlinge wird daher auch 2024 und darüber hinaus nicht abnehmen, sondern zum Teil sogar zunehmen.“

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Die Welt um uns herum wird immer instabiler. Das Schutzbedürfnis der Flüchtlinge wird daher (...) zum Teil sogar zunehmen.

EUAA-Direktorin Nina Gregori

4,16 Millionen registrierte Ukrainer
Auch die Zahl der Flüchtlinge aus der Ukraine ist weiter gestiegen. Ende Oktober waren 4,16 Millionen Menschen aus dem Kriegsland in der Europäischen Union registriert. Das sind um 320.000 mehr als im Jänner. Für sie sei ebenfalls Deutschland das wichtigste Aufnahmeland, sagte Gregori, gefolgt von Polen.

Ein gemeinsames europäisches Asylsystem begrüßt Gregori übrigens. Gleichzeitig dämpft sie Hoffnungen und Erleichterungen. „Der neue Pakt ist kein Allheilmittel. Niemand sollte eine sofortige Veränderung erwarten, auch nicht bei der zahlenmäßigen Entwicklung der Asylanträge.“ Die EU würde hart gegen jene vorgehen, die den Flüchtlingsschutz missbrauchen, wie Schlepper, aber auch jene nachhaltig unterstützen, die das wirklich bräuchten.

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