Der ehemalige SPÖ-Klubobmann im Innsbrucker Gemeinderat Helmut Buchacher hat nach seinem Parteiaustritt sein Antreten mit einer eigenen Liste bei der Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl im April angekündigt. Gemeinsam mit Unternehmern und Neueinsteigern in die Politik wollte Buchacher mit dem Listennamen „DU I - Die Unabhängigen Innsbruck“ antreten, wie er mit Mitstreiter Kurt Dengg bei einem Pressetermin am Freitag bekannt gab. Eine Kandidatenliste existierte noch nicht.
Insbesondere sei man hier noch auf der Suche nach Frauen, räumte Buchacher ein. Auch bei der Bürgermeisterdirektwahl dürfte Buchacher auf dem Wahlzettel stehen. „Es ist unser Hauptanliegen, dort jemanden zu haben, der auf die Menschen schaut“, bekräftigte der Unternehmer und ehemalige Markthallen-Leiter Dengg. Buchacher selbst bezeichnete sich diesbezüglich jedoch als „Realist“. Wahlziel seiner Liste sei das Überspringen der Vier-Prozent-Hürde: „Über alles darüber hinaus müssen wir uns freuen.“ Einen Wunsch für einen zukünftigen Bürgermeister, sollte er es selbst nicht werden, wollte Buchacher nicht abgeben. Jeder der Kandidaten würde „polarisieren.“
Kritik am Innsbrucker Gemeinderat
Scharfe Kritik äußerte Buchacher an den Abläufen im Gemeinderat: „Es geht nur ums Wadlbeißen und wie man dem anderen schaden kann, nicht, wie man der Bevölkerung nützen kann“. Als quasi letzten Ausweg daraus schlug der Abgeordnete eine Änderung der Geschäftsordnung vor, die auch einen Saalverweis für Mandatare nach wiederholten Ordnungsrufen als mögliche Konsequenz erlauben würde. Nach der Wahl schloss man indes im Falle eines Einzuges niemanden als Partner aus. Er habe mit „allen eine gute Gesprächsbasis“, bekannte der vor wenigen Monaten aus der SPÖ ausgetretene Gemeinderatsabgeordnete. Inhaltlich wolle man neben den Bereichen Arbeit und Wirtschaft auch ein Augenmerk auf Verkehr und Umwelt sowie Wohnen richten.
Es geht nur ums Wadlbeißen und wie man dem anderen schaden kann, nicht, wie man der Bevölkerung nützen kann.
Helmut Buchacher
Man will vor allem an die Unternehmer denken
Mitstreiter Dengg betonte, die neue Liste wolle vor allem an Unternehmer denken - die „Menschen, die anderen Menschen Arbeit geben.“ Buchacher solle dabei der einzige Politiker sein, ansonsten wolle man Menschen aus der Wirtschaft und mit Erfahrung in ihrem jeweiligen Beruf ansprechen. Ob die ehemalige Buchacher-Vertraute im SPÖ-Klub Irene Heisz doch einen Platz auf der Liste finden könnte, ließ Buchacher noch offen. Am Umgang der SPÖ mit seiner ehemaligen Klubkollegin übte er scharfe Kritik.
Kritik an Neo-Bundesparteichef Babler
Ex-Klubobmann Buchacher hatte im Juni seinen Austritt aus der SPÖ angekündigt - verbunden mit heftiger Kritik an Neo-Bundesparteichef Andreas Babler. Daraufhin hatte man sich seitens der Partei auch von Gemeinderätin Heisz getrennt, da diese einer „Änderung der Klubzusammensetzung nicht zugestimmt“ habe, wie es von der Stadtpartei geheißen hatte. Heisz sprach hingegen von „Wahnsinn mit Methode“. Damit hatte die Sozialdemokratie ihren Klubstatus im Gemeinderat verloren, da für diesen drei Mandatare notwendig sind.
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