Mo, 24. Juni 2019
21.04.2012 08:00

Bis zu drei Meter tief

Carnuntum wird mit neuem Bodenradar vermessen

Das gesamte Stadtgebiet des antiken römischen Militärlagers Carnuntum im heutigen Niederösterreich wird in den kommenden drei Jahren mithilfe eines neuen Bodenradar-Gerätes vollständig erkundet. Eine Fläche von zehn Quadratkilometern soll per Magnetik und Radar untersucht werden. So sollen archäologische Strukturen wie Mauern bis in eine Tiefe von drei Metern ohne Grabungen sichtbar gemacht werden.

Im Vorjahr waren in Carnuntum Reste einer großen Gladiatorenschule (Bild; Bericht siehe Infobox) entdeckt worden. Mithilfe des neuen Geräts, das am Freitag in Wien vorgestellt wurde, erwarten sich die Wissenschaftler weitere Sensationsfunde, erklärte Wolfgang Neubauer, Leiter des Ludwig Boltzmann Institut (LBI) für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie in Wien. Die Fernerkundung aus der Luft mittels Laser- und Hyperspectral Scanning, die archäologische Strukturen auch in Gebieten mit dichter Vegetation sichtbar machen, ist bereits abgeschlossen.

Neues Bodenradar im Einsatz
Jetzt kommt das neue Bodenradar zum Einsatz, das mit 16 Antennen Strukturen in einer Tiefe von bis zu drei Metern in einer flächigen Auflösung von acht mal acht Zentimeter dreidimensional erfassen kann. Konkret werden dabei die Grenzflächen von Materialien mit unterschiedlichen elektromagnetischen Eigenschaften sichtbar gemacht.

Die Geräte der österreichischen Wissenschaftler sind so gut, dass sie immer öfter auch im Ausland zum Einsatz kommen. So haben die Forscher des LBI 2010 in unmittelbarer Nähe des britischen Steinkreises Stonehenge den sensationellen Fund einer Holzformation - scherzhaft "Woodhenge" genannt - gemacht (siehe Infobox).

Gerät wurde auch in Ephesos verwendet
Auch bei anderen archäologischen Stätten kommt das Bodenradar zum Einsatz. So haben die Experten mit dieser Methode im türkischen Ephesos ein bisher unbekanntes öffentliches antikes Zentrum mit mehreren Monumentalbauten entdeckt.

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