Bundeskanzler Karl Nehammer hat angesichts des Erhalts des einzigen Penicillin-Produktionsstandortes Europas beim Generika-Hersteller Sandoz in der Tiroler Gemeinde Kundl (Bezirk Kufstein) von einem „Aufwachen der Europäischen Union“ gesprochen.
Die EU habe aus der Corona-Krise und den damals vorhandenen „Lieferengpässen“ gelernt, sagte Nehammer (ÖVP) am Donnerstag im Rahmen eines Besuchs bei Sandoz, bei dem er auch die neue Penicillin-Produktionsanlage besichtigte.
Es sei hier in einem „Schulterschluss“ gelungen, „den Produktionsstandort nicht nur zu halten, sondern sogar zu erweitern“, erklärte der Bundeskanzler. Das sei etwa durch ein Fördersystem möglich geworden, bei dem die türkis-grüne Bundesregierung und die Europäischen Union in einem „vertrauensvollen Miteinander“ agiert hätten.
EU-Finanzspritze für Produktionsanlage in Kundl
Die Europäische Kommission hatte bereits im Jahr 2020 im Umfeld der Corona-Pandemie einer Finanzspritze der Bundesregierung für Sandoz zugestimmt. Heuer flossen schließlich 45 Millionen Euro in die neue Produktionsanlage in Kundl.
Sandoz habe damit „einen Meilenstein gesetzt“, betonte Nehammer. „Man hat damit auch bewiesen, dass die Penicillin-Herstellung sehr wohl kostendeckend und unternehmerisch denkend in Europa stattfinden kann“, erklärte er. In dieser Sache könne die Bundesregierung aber lediglich „die richtigen Rahmenbedingungen setzen“, damit innovative Unternehmen wie Sandoz „bereit sind zu investieren“. Auch Sandoz selbst hatte nämlich weitere 100 Millionen Euro in die neue Produktionsstätte gesteckt.
Kanzler: EU muss „krisenresilienter werden“
Ob damit Lieferengpässe tatsächlich der Vergangenheit angehören, wollte Nehammer auf Nachfrage nicht explizit kommentieren. „Wir können aber die Versorgungssicherheit weiterentwickeln“, meinte er. Zudem arbeite die Bundesregierung daran, Engpässe etwa mit Wirkstoff-Einlagerung zu vermeiden. Insgesamt müsse Österreich und die EU noch „krisenresilienter werden“, hielt Nehammer fest.
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