Sa, 18. August 2018

Bei Uni-Feier

26.03.2012 17:35

Bizarre Rap-Show vom Weltbank-Chef in spe

Barack Obama will ihn unbedingt haben - und so ist es kein Wunder, dass Jim Yong Kim als Favorit auf den Chefposten bei der Weltbank gilt. Vielleicht mag der US-Präsident den gebürtigen Südkoreaner ja auch deswegen, weil er immer wieder zeigt, dass er ein unkonventioneller Typ ist. Jetzt ist ein Video aufgetaucht, das den 52-Jährigen bei einer skurrilen Rap-Einlage im abgefahrenen Outfit bei einer Uni-Abschlussfeier zeigt.

Eigentlich galt Jim Yong Kim bislang nicht gerade als ausgemachter Finanzexperte. Zwei Doktortitel besitzt der 52-Jährige, einen als Arzt, einen als Anthropologe. Seit drei Jahren leitet Jim Yong Kim die renommierte US-amerikanische Privat-Uni von Dartmouth.

Beliebt ist er dort auf jeden Fall. Die Studenten schätzen an ihrem "Chef", dass er für manchen Spaß zu haben ist. Jetzt ist ein Video aufgetaucht, das ihn als Rapper bei der Abschlussfeier von 2011 zeigt. Nachdem die Studenten zunächst einmal ganz konventionell den Dirty-Dancing-Klassiker "Time of My Life" anstimmen, gibt es nach etwa zwei Minuten einen Bruch. Zu einer Techno-Version des Songs werden per Video auf einmal weiß gekleidete Tänzer mit grünen Leuchtbändern eingespielt - und in ihrer Mitte der Direktor, der mit Hut, futuristischer Sonnenbrille und animiertem T-Shirt munter drauflos rappt und tanzt. Am Ende singt er dann mit seinen Studenten noch einmal gemeinsam die klassische Version des Songs.

"Die Welt wird von ihm beeindruckt sein"
"Die Welt wird von ihm beeindruckt sein", hatte US-Finanzminister Timothy Geithner bereits am Freitag gesagt, nachdem US-Präsident Barack Obama die Nominierung von Jim Yong Kim verkündet hatte - dabei aber wohl kaum das Video im Kopf gehabt. Vielmehr dürfte er sich auf die außergewöhnliche Karriere des 52-Jährigen beziehen, der den Weltbank-Chefposten am 30. Juni von Robert Zoellick übernehmen soll.

Kim wurde 1959 in Südkorea geboren, wuchs jedoch als Einwandererkind in den Vereinigten Staaten auf. Nach seiner Uni-Karriere samt Doppel-Doktor sammelte er internationale Erfahrung als Leiter der Aids-Bekämpfung bei der Weltgesundheitsorganisation WHO, ehe es als Direktor zurück an die Uni ging. Aus der US-Regierung verlautete, Außenministerin Hillary Clinton und ihr Mann Bill hätten den Wissenschaftler empfohlen. Er gilt als Experte für Entwicklungshilfe und Gerechtigkeitsfanatiker.

Schwellenländer stellen Gegenkandidaten
Allerdings: Auch die Schwellenländer wollen den Weltbank-Chefposten übernehmen und schicken deswegen zwei Kandidaten ins Rennen: die nigerianische Finanzministerin Ngozi Okonjo-Iweala sowie den ehemaligen kolumbianischen Finanzminister Jose Antonio Ocampo. In den kommenden Wochen will Kim US-Angaben zufolge nach Afrika, Asien und Lateinamerika reisen, um für Unterstützung zu werben.

Aus dem Kreis der drei Bewerber soll dann beim nächsten halbjährlichen Treffen von Weltbank und IWF am 21. April der neue Präsident bestimmt werden. Seit Gründung der Weltbank nach dem Zweiten Weltkrieg besetzen die USA den Chefsessel. Bisher gilt die ungeschriebene Regel, dass die vor allem für die Armutsbekämpfung zuständige Weltbank von einem Amerikaner und der Internationale Währungsfonds IWF von einem Europäer geführt wird.

Trotz der Konkurrenz aus den Schwellenländern gilt es als sicher, dass der US-Kandidat den Posten erhält. Die USA haben in der Weltbank den größten Stimmenanteil und können sich zudem der Rückendeckung durch Japan und die Europäer sicher sein.

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