Ein Tiroler Ex-Paar ließ bei einem Prozess am Landesgericht Innsbruck in zwischenmenschliche Abgründe blicken. Die 32-jährige Frau setzte bei Auseinandersetzungen ungewöhnliche Waffen ein, am Ende ließ das Gericht Milde walten.
Die junge Frau, die am Montag weinend auf der Anklagebank am Landesgericht Innsbruck saß, behauptete felsenfest, lediglich mit einem „kleinen Kochtopf“ nach ihrem Partner geschleudert zu haben. Zudem habe sie eine Lampe „einfach so geworfen“, ohne Verletzungsabsicht.
Ihr „Ex“ beschrieb die Situation anders: „Es war eine Pfanne mit rund 32 Zentimeter Durchmesser.“ Er sei dadurch gegen eine Steinplatte in der Küche gefallen und habe sich gehörige Schnittverletzungen zugezogen.
Diversion statt Strafe
Die Richterin bot der wegen Körperverletzung Angeklagten eine Diversion ohne Strafe an: „Das Verfahren wird auf eine Probezeit von zwei Jahren vorläufig eingestellt.“ Auch eine Schadensgutmachung wurde der Frau nicht aufgetragen. Dies wohl auch deshalb, weil der als Zeuge einvernommene Ex-Partner der Angeklagten auf Schmerzensgeld verzichtete (nach einer früheren Forderung von 15.000 Euro).
Er hat mich vor den Augen unseres Sohnes fast erwürgt und mir die Nase gebrochen.
Die Angeklagte zur Vorgeschichte
Vor zwei Jahren war die Frau das Opfer
Auch die Kehrseite des Falles kam zur Sprache: Die Angeklagte erzählte, dass sie ihr Freund im Jahr 2021 „vor den Augen unseres Sohnes fast erwürgte und mir die Nase brach“. Dafür hatte dieser vom Bezirksgericht Kitzbühel auch eine bedingte Freiheitsstrafe und eine unbedingte Geldstrafe kassiert.
Die 32-Jährige, mittlerweile arbeits- und obdachlos, beendete den Prozesstermin mit der Ankündigung, dass sie nun zu ihrer Schwester nach Spanien fliegen wolle. „Ich habe genug und brauche etwas Zeit zum Durchschnaufen.“
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