Gedenktag in Wien. Bundeskanzler Karl Nehammer, Vizekanzler Werner Kogler, Innenminister Gerhard Karner und Wiens Bürgermeister Michael Ludwig platzierten anlässlich des Terrorattentats vor drei Jahren einen Kranz am Gedenkstein in der Innenstadt. Am Donnerstag waren auch jüdische Angehörige von Opfern des Hamas-Terrors in Israel in Wien.
Darunter die 24-jährige Sascha Arayev und der 35-jährige Tal Yeshurun. Sie vermitteln Erschütterndes. Und wollen die Welt zu mehr Engagement bewegen. Sascha, deren Familie aus der ehemaligen Sowjetunion stammt, vermisst ihre 19-jährige Schwester, von der es seit dem 7. Oktober kein Lebenszeichen mehr gibt. „Sie hat noch via Handy Nachrichten geschickt: ,Wenn ich sterbe, schaut, dass ihr ein gutes Leben habt.‘“ Das letzte Bild lieferte das TV. „Wir sahen sie, wie sie verletzt verschleppt wurde.“
Hoffen und Beten
Tal Yeshurun ist verwandt mit einer österreichischen Geisel. 13 Familienmitglieder des in Dublin lebenden Politologen wurden entführt - vier davon sind nachweislich ermordet. „Seit 26 Tagen warten wir auf Nachrichten. Vergebens.“ Er und seine Familie hoffen und beten. Auch wenn sie mit dem Schlimmsten rechnen.
Aus dem Militärbunker verschleppt wurde auch die 18-jährige Liri Alibag, die vor Kurzem ihren verpflichtenden Militärdienst angetreten hatte. „Sie wurde in den frühen Morgenstunden noch im Schlafanzug von Hamas-Terroristen entführt“, sagte ihr Vater Eli. In ihrer letzten Nachricht habe sie geschrieben: „Auf uns wird geschossen.“ Nur wenige Stunden später habe er seine Tochter in einem Hamas-Propaganda-Video wiedererkannt.
Rotes Kreuz in der Kritik
Eli Albag und Alexandra Arayev kritisierten mehrmals das Rote Kreuz. „Wir wollen Druck auf Sie ausüben, dass sie nach Gaza fahren, und sich um die Geiseln kümmern. Wir bekommen keine Antwort vom Roten Kreuz, auf gar nichts“, so Arayev, die in dem Krieg eine humanitäre Krise sieht. „Es ist klar, dass jene, die am Leben sind, schwer verletzt sind. Es ist die Aufgabe des Roten Kreuzes, sich um diese zu kümmern“, betonte auch Yuval Peretz, eine Sprecherin des „Hostages and Missing Families Forum“. „Wir arbeiten alle Vollzeit und ehrenamtlich“, so Peretz. Fast jeder in Israel betätige sich derzeit ehrenamtlich.
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