Di, 18. Dezember 2018

Pisten-Gaudi

21.03.2012 12:52

Der Winter geht mit EAs "SSX" in die Verlängerung

Der Gesamtweltcup ist vergeben, die Skisaison beendet und ganz Österreich am Jubeln. Das liegt allerdings nicht an aufkeimenden Frühlingsgefühlen, sondern am Triumph des Marcel Hirscher, der den - laut eigenen Worten - "depperten Glasbecher", sprich: die große Kristallkugel für den Gesamtweltcupsieg, erobert hat. Damit der Winter mit Pulverschnee und Pistengaudi jedoch nicht zu abrupt endet, schickt EA zum freudigen Saison-Ausklang sein "SSX" ins Rennen.

Der letzte Teil des arcadelastigen Pisten-Racers von EA hat schon einige Jährchen am Buckel. Das Team "Snowboard Surfing Motocross", kurz SSX genannt, stürzt sich nun abermals auf die gefährlichsten Hänge dieser Erde. Wie gehabt stehen dabei Action, Adrenalinkicks und die pure Freude am Boarden im Vordergrund - und nicht so sehr physikalischer Realismus.

Die Zeit ist am "SSX"-Team jedenfalls nicht spurlos vorübergegangen: Griff hat sich auf Solopfade begeben, was der Rest der Mannschaft überhaupt nicht goutiert und ihn deshalb zum sportlichen Wettstreit herausfordert. Bevor es jedoch ans Eingemachte geht, hilft ein Tutorial, sich leichter im Spiel zurechtzufinden. Den Beginn machen die Rockies. Genau genommen geht es weit über ihnen los, denn unsere Boarderin wagt einen Sprung aus großer Höhe vom Heli auf die Piste.

Während des Sturzflugs wird die Steuerung nähergebracht, um die verschiedensten Tricks auszulösen. Simple Ausführungen sind ohne weitere Übung sofort durchführbar. Es gibt jedoch eine Vielzahl an Kombinationen, um die wahnwitzigsten, akrobatischsten Kunststücke zu vollführen. Vor allem wenn der Powerbalken einmal voll ist, geht die Post so richtig ab. Die Fahnenstange ist damit allerdings noch nicht erreicht, denn eine weitere verschärfende Stufe darf freigespielt werden. Die darauf folgenden Tricks kann nur ein digitaler Sportler ohne Angst um Leib und Leben erfolgreich absolvieren. Realistisch ist dies zwar nicht, dafür aber spektakulär. Und es bringt zudem jede Menge wertvoller Punkte.

Mit der Zeit steigen so der Erfahrungslevel und das Kontoguthaben, welches sich in neue Extras investieren lässt. Die vielen Goodies im Shop sind jedoch nicht nur zur Verschönerung gedacht: Ohne die entsprechenden Ausrüstungsgegenstände tendiert die Chance, einen Berg lebend zu bezwingen, rasch gegen null. Praktischerweise lassen sich die am besten passenden Gegenstände automatisiert zuteilen, was insbesondere beim World-Tour-Modus von Bedeutung ist. Dabei werden neben den Rockies beispielsweise die Alpen oder Berge in Afrika bezwungen.

Auf den Pisten geht es primär darum, sie möglichst spektakulär hinunterzudonnern und ein wahres Trickfeuerwerk abzubrennen. Doch die höchste Punktzahl ist nicht immer ausschlaggebend, um siegreich zu sein - mitunter zählt auch die schnellste Abfahrtszeit. Während sich diese Varianten bei den Vorbereitungsrennen abwechseln, geht es beim abschließenden "Deadly Decent" ums Ganze: Nicht mehr und nicht weniger als das eigene Leben steht bei dieser Renn-Variante auf dem Spiel. Ohne die passende Ausrüstung geht hier gar nichts mehr.

Das klingt spannend, nach Spaß und Abwechslung. Letztere ist zwar auf Dauer nicht ganz so groß wie erhofft, aber die Lust, mit irrwitzigen Sprüngen die Berge hinabzuflitzen, vergeht trotzdem nicht merklich. Das liegt nicht nur an der einfachen und exakten Steuerung, sondern auch an den fließenden Animationen und der durch den Schnee glitzernden Grafikpracht. Dazu passend dröhnen rockige Klänge und Elektro-Sounds aus den Boxen.

Wer es stressfreier mag und die Berge entspannt und ohne Wettbewerbsdruck hinabcruisen möchte, der kommt im Freestyle-Modus "Freies Erkunden" auf seine Kosten. Der Online-Modus bietet schließlich zusätzliche Motivation, um noch längere Zeit diesen winterlichen Spaß zu genießen - selbst dann, wenn draußen längst der Sommer Einzug gehalten hat.

Fazit: Eine lange Pause kann - wie im Falle von "SSX" - durchaus etwas Gutes haben. Erst so wird einem schließlich bewusst, dass man etwas vermisst hat. Dazu tragen neben der gelungen Präsentation die einfache Steuerung und der kurzweilige World-Tour-Modus bei, dem allerdings etwas mehr Abwechslung nicht geschadet hätte. Alte Hasen und blutige Anfänger finden sich im Spiel sofort problemlos zurecht. Alleine Multiplayer-Fans wären mit einen größeren Umfang glücklicher. Bleibt zu hoffen, dass erstens der Winter draußen doch schon vorbei ist und zweitens nicht wieder einige Jahre vergehen, ehe der Nachfolger von "SSX" für kurzweiligen Spielspaß sorgt.

Plattform: PS3 (getestet), Xbox 360
Publisher: EA
krone.at-Wertung: 9/10

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