40 JAHRE KRONE KÄRNTEN

Nach digitaler Karriere wird Walter wieder analog

Kärnten
28.10.2023 08:00

Wir sprachen zum 40-Jahr-Jubiläum der „Kärntner Krone“ mit Menschen, die gleich alt sind, doppelt so alt sind - oder jetzt erst ins Geschehen einsteigen, über ihr Leben. Walter Huber ist doppelt so alt wie die „Krone“ in Kärnten. Erst kürzlich feierte er seinen 80er - ein Leben zwischen analog und digital.

Die Antwort auf die Frage, was in den Achtzigerjahren die gravierendste Veränderung für ihn gewesen sei, kommt schnell: „Der Wandel hin zur Digitalisierung. In meiner Ausbildung zum Maschinenbautechniker war davon ja noch gar keine Rede.“ Und Huber hat diesen Wandel nicht nur bewältigt, sondern auch mitgestaltet, vor allem in seiner Tätigkeit als technischer Wifi-Kurslehrer. „Da galt es, den verschiedenen Berufsgruppen die technischen Veränderungen näherzubringen und darauf zu achten, dass keiner den Anschluss verpasst.“

Anfang der Siebziger war hingegen alles noch analog. Für die Firma Zimmer reiste er drei Monate lang um die ganze Welt, um bei den Kunden vor Ort die Probleme zu lösen. „Das hab ich nicht schlecht gemacht. Ich war aber nie ein sturer Techniker mit dem Reißbrett vor dem Kopf. Ich habe immer gern direkt mit Leuten gearbeitet.“

Durch persönlichen Kontakt konnte er zu der Zeit auch einen ersten Run auf erneuerbare Energie auslösen. „Ein Lavanttaler, der in Arizona ein technisches Büro leitete, hat angefragt, ob er im Wifi einen Vortrag über Solarenergie halten kann. Wir haben ihn Halt machen lassen - und dann waren der große Saal und das ganze Foyer voll mit Zuhörern“, erinnert sich Huber, der im Anschluss gleich Studienreisen für Kärntner Unternehmer nach Amerika und Fernost organisierte.

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Ich habe meine Eindrücke und Stimmungen lieber im Hirnkastl gespeichert als damit über irgendwelche Kanäle hausieren zu gehen.

Walter Huber, 80 Jahre jung

Sein Kommunikationsverhalten pendelt auch noch heute zwischen digital und analog. „Ich hab alles, Laptop und Smartphone, aber ich bin kein Herumwischer. Ich ziehe nach wie vor das Gespräch vor.“ Für die Zukunft lautet sein Wunsch, dass die beiden Kinder und die Enkel mit den heutigen Herausforderungen klarkommen. „Wir hatten es in der Nachkriegszeit mit all dem Mangel schwer, aber das Vorankommen war doch planbar. Die Jugend heute muss mit Verunsicherung und Kurzfristigkeit klarkommen, das ist auch nicht leicht.“

Melina blickt in die Kärntner Seele
Melina Taubinger hat immer schon ein Gespür für Atmosphären und so sind erste tiefe Eindrücke aus 40 Lebensjahren 37 Jahre alt. Los ging es mit Tschernobyl 1986. „Nicht nur mein Umfeld, sondern auch ich war verunsichert, plötzlich durfte ich nicht mehr in die Sandkiste.“

Lustiger waren die Reisen im Lkw mit ihrem Vater, der die damalige Volksschülerin durch halb Europa mitgenommen hat. „Manchmal auch versteckt im hinteren Teil der Fahrerkabine, wenn Kinder auf einem Betriebsgelände nicht erlaubt waren.“ Oder nach der Matura der Australien-Trip mit dem Besuch einer Brieffreundin. So etwas gab es vor 20 Jahren noch. Bei der Übersiedlung von Oberösterreich nach Kärnten platzte sie im Oktober 2008 in die Trauer um Jörg Haider. „Ich wusste nicht, was für einen Stellenwert er hier hatte, als Psychologie-Studentin war das massenpsychologisch ziemlich interessant, was da passierte“.

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Ich bekommen tiefe Einblicke in viele Lebenswelten.

Melina Taubinger, Psychologin

Ein erster tiefer Blick in die Kärntner Seele, der stets weniger von Medienkonsum als von persönlichem Kontakt geprägt war. Ob als Rettungssanitäterin, bei Essen auf Rädern und natürlich im Beruf als Psychologin in der beruflichen Rehabilitation. „Ich treffe interessante Menschen, bekomme Einblicke in viele Lebenswelten“, weiß die Naturfreundin, die in Kärnten längst verliebt ist.

Matthias glaubt noch an das Gute

Krone“: Na mein Kleiner, gerade erste angekommen?
Matthias: Nein, ein paar Wochen bin ich jetzt schon hier, hab’ schon ein bisschen was mitgekriegt.

Und schon eine Ahnung, wo Du hineingeraten bist?
Also, ich find’s echt toll hier! Den ganzen Tag rumliegen, Spaß haben, herumschreien und alle anderen tun, was man will. Ich hoffe, das bleibt auch so.

Naja, herumschreien und die anderen tun, was man will, funktioniert später auch noch manchmal. Herumliegen und Spaß haben, das wird aber bald nicht mehr so gern gesehen.
Was! Aber warum denn das? Und was tu ich dann?

Lesen zum Beispiel, ich hab Dir dafür auch etwas mitgebracht.
Was ist denn das für ein komisches Spielzeug, kann ich das in den Mund nehmen und herumwerfen?

Das ist eine Zeitung. Ja, Du kannst sie ansabbern, aber erst am nächsten Tag, wenn das, was drinsteht, nicht mehr so aktuell ist.
Aber ich kann ja eh noch nicht lesen,

Trotzdem bitte, sei so lieb, wir bemühen uns doch jeden Tag so sehr.
Und das macht ihr seit 40 Jahren? Macht es Spaß?

Na, sicher.
Also doch! Spaß haben! Wusste ich doch, die Welt ist ein wunderschöner Ort, an dem man glücklich sein kann, wenn man nur will.

Naja okay, Du hast recht. Lass Dir das von niemandem ausreden - auch in den nächsten 40 Jahren nicht.

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