Mo, 25. Juni 2018

"Keine Beweise"

13.03.2012 11:09

"Mordkomplott" gegen Putin war nur Wahlkampfmanöver

Die ukrainischen Ermittlungsbehörden haben nach Medienberichten keine hinreichenden Beweise für das kurz vor der russischen Präsidentschaftswahl bekannt gewordene angebliche Mordkomplott gegen Noch-Premier Wladimir Putin. Aller Wahrscheinlichkeit nach sei keiner der beiden im Februar in der Ukraine festgenommenen Verdächtigen in die Vorbereitung eines Attentats involviert gewesen, zitierte die Nachrichtenagentur Interfax am Montag einen Ermittler.

Für einen geplanten Anschlag auf Putin gebe es "keinen direkten Beweis", zitierte auch die Zeitung "Kommersant" eine mit den Ermittlungen vertraute Quelle. Interfax und "Kommersant" zufolge bereiteten sich die Festgenommenen vielmehr auf Angriffe auf Industrieanlagen, womöglich Gasleitungen in Russland, vor.

Die angeblichen Mordpläne waren kurz vor den Wahlen am 4. März aufgedeckt worden, bei denen Putin klar zum neuen Präsidenten gewählt wurde. Dem staatlichen Fernsehen zufolge wurden Anfang des Jahres zwei Verdächtige im ukrainischen Odessa festgenommen, die angeblich einen Bombenanschlag auf den 59-Jährigen geplant hatten.

"Zeitlich gut geplantes Komplott"
Die Enthüllung der angeblichen Mordpläne gegen Putin kurz vor dem Urnengang wurde von Beobachtern als wahltaktisches Manöver bezeichnet. Dass der staatliche Fernsehsender Perwy Kanal die vermeintlichen Mordpläne sechs Tage vor dem Urnengang publik gemacht habe, sei ein "zeitlich gut geplantes Komplott", sagte damals der politische Kommentator des Rundfunksenders Kommersant FM, Oleg Kaschin.

Perwy Kanal hatte das angebliche Mordkomplott öffentlich gemacht. Der vom Kreml kontrollierte Fernsehsender habe wohl nicht ohne die Zustimmung von Putins PR-Leuten über den Fall berichtet, erklärte Kaschin. Und der bekannte Politologe Gleb Pawlowski meinte in der Zeitung "Nowyje Iswestija": "Ein verhinderter Anschlag ist immer ein Geschenk für einen Bewerber."

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