Welt-Bankenverband:

“Griechen-Pleite würde eine Billion Euro kosten”

Ausland
06.03.2012 12:13
Eine unkontrollierte Pleite Griechenlands würde nach Schätzungen des Welt-Bankenverbandes IIF mehr als eine Billion Euro kosten. In einem vertraulichen Dokument vom 18. Februar warnt der von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann geführte Verband, ein Scheitern der vom IIF begleiteten Umschuldung der griechischen Staatsanleihen hätte drastische Folgen.

Es sei schwer, die daraus resultierenden Kosten für alle Beteiligten genauer zu beziffern, "aber es ist kaum absehbar, dass sie unter einer Billion Euro lägen", heißt es im IIf-Dokument. Der Bankenverband malt ein Horrorszenario, sollte eine unkontrollierte Griechen-Pleite nicht verhindert werden: Wenn Griechenland falle, bräuchten Italien und Spanien externe Hilfe, um eine Ansteckung zu verhindern. Der Europäischen Zentralbank drohten beträchtliche Verluste: Sie sei allein mit 177 Milliarden Euro in Griechenland engagiert - das sei mehr als das Doppelte ihrer Kapitalbasis.

Irland und Portugal bräuchten bei einer griechischen Staatspleite in den nächsten fünf Jahren 380 Milliarden Euro, Italien und Spanien weitere 350 Milliarden, heißt es in dem Dokument. Und nicht zuletzt müssten Banken dann mit gut und gerne 160 Milliarden Euro frischem Kapital wieder auf die Beine gestellt werden.

Hoffnung liegt auf privaten Gläubigern
Mit dem Schreiben untermauert der IIF seinen Appell an Banken, Versicherer und andere Anleihekäufer wie Hedgefonds, sich am Rettungspaket privater Gläubiger zu beteiligen, mit dem Griechenland um 100 Milliarden Euro Staatsschulden erleichtert werden soll. 

Dieser freiwillige Verzicht auf Forderungen entspräche einem Schuldenschnitt von 53,5 Prozent. Die Frist, bis zu der sich die Gläubiger dazu bereit erklären können, läuft am Donnerstag ab. Wenn sich nicht genügend Gläubiger freiwillig beteiligen, will der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos den Schuldenschnitt notfalls mit Hilfe von Umschuldungsklauseln (Collective Action Clauses) erzwingen.

Anschließend wollen sich am Freitag die Euro-Finanzminister in einer Telefonkonferenz über den Umfang der Beteiligung informieren und grünes Licht für das neue milliardenschwere griechische Hilfsprogramm geben.

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