Mo, 15. Oktober 2018

Einäugiges Comeback

05.03.2012 13:12

"Ich entscheide, wann ich abtrete, nicht der Stier"

Der halb erblindete spanische Stierkämpfer Juan Jose Padilla hat rund fünf Monate nach seiner schweren Verletzung ein triumphales Comeback gefeiert. "Ich entscheide, wann ich abtrete, nicht der Stier", verkündete der 38-Jährige am Sonntag bei seiner Rückkehr in die Arena, nachdem ein Stier ihm am 7. Oktober 2011 ein Horn ins Gesicht gebohrt hatte.

In grün-goldener Tracht und mit schwarzer Augenklappe über dem linken Auge wurde Padilla, der bereits vor dem Unfall den Spitznamen "Der Tornado aus Jerez" trug, am Sonntag mit großem Applaus vom Publikum in Olivenza im Südwesten Spaniens empfangen. Nach seinem Auftritt, bei dem er zwei Stiere tötete, trugen ihn Fans dann auf den Schultern aus der Arena.

Rückkehr laut Zeitung ein "Wunder"
Auch die Kommentatoren sind überzeugt, dass Padilla zu seiner alten Form zurückgefunden habe. Die konservative Zeitung "La Razon" nannte die Rückkehr des Toreros am Montag gar ein "Wunder". Mit Mühe hatten die Ärzte nach dem Unfall (fünftes Bild) das Leben des 38-Jährigen gerettet. Sein Kiefer wurde mit Titanplatten verschraubt, sein Gesicht ist halbseitig gelähmt. Auch das Sprechen musste der Vater zweier Kinder wieder lernen.

Einen anderen Job als den des Stierkämpfers kann sich Padilla trotzdem nicht vorstellen. Noch im Krankenhaus hatte er angekündigt, wieder Stierkämpfe bestreiten zu wollen. Bei seinem Comeback sagte der 38-Jährige nun: "Ja, ich habe Angst, aber nicht mehr als sonst, wenn ich die Arena betrete."

90.000 Euro für Comeback-Auftritt
Finanziell zahlt sich die Rückkehr für Padilla auf jeden Fall aus. Sein Auftritt am Sonntag wurde mit 90.000 Euro belohnt. Und auch die spanische Stierkampf-Industrie, die derzeit in einer schweren Krise steckt, kann die Werbewirksamkeit des einäugigen Toreros und seines blutigen Unfalls gut gebrauchen. Denn obwohl in Katalonien und auf den Kanarischen Inseln mittlerweile verboten, lockt der Stierkampf im restlichen Spanien noch immer Tausende Fans an.

Trotzdem ging die Zahl der Festivals seit 2007 um ein Drittel zurück. Die jungen Spanier suchen sich ihre Idole nunmehr lieber bei den Popstars oder Fußballern als bei den Toreros. Die Besucher der Stierkampfarenen sind überwiegend ältere Leute. Da kommt der "mutige Torero", wie der neue Beiname Padillas lautet, zu Marketingzwecken gerade recht.

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