GUTEN MORGEN

Ein Teufelskreis | Wunsch nach Abregung

Ein Angriff auf Israel, wie es ihn aus dem Gazastreifen so noch nicht gegeben hat, gut koordiniert und in einer bisher einmaligen Dimension: Palästinensische Terroristen feuerten Raketen auf zivile Ziele, auf Städte und Dörfer in der Nähe des Gazastreifens, auch auf die Mittelmeermetropole Tel Aviv. Gleichzeitig starteten Terrorkämpfer mit motorisierten Flugdrachen in Richtung Israel, Bagger durchstießen an mehreren Stellen den als nahezu unüberwindlich geltenden zehn Meter unter die Erde reichenden Grenzzaun, der Israel vom Gazastreifen trennt, schwer bewaffnete Extremisten stürmten auf israelisches Territorium. Und auch von der See aus griffen militante Palästinenser an. Die Israelis schlugen mit voller Härte zurück, die Opferzahlen auf beiden Seiten stiegen stündlich. Ist das nun ein neuer Nahostkrieg? Der israelische Ministerpräsident Netanyahu wandte sich an „die Bürger Israels“, um ihnen zu sagen: „Wir sind im Krieg! Und wir werden diesen Krieg gewinnen!“ Für einen Krieg hält die Kampfhandlungen auch „Krone“-Außenpolitik-Doyen Kurt Seinitz. In seinem Kommentar für die Sonntags-„Krone“ fragt er sich: „Der wie vielte Nahostkrieg ist das jetzt schon? Man kommt mit dem Zählen nicht nach, seit 1948 die Armeen der arabischen Staaten Israel nach seiner Unabhängigkeitserklärung angegriffen hatten. An dem Teufelskreis ,Dein Land ist mein Land´ hat sich nichts geändert.“ Ein Teufelskreis, der bisher höchstens vorübergehend durchbrochen werden konnte, aber nie nachhaltig. Und man kann auch auf keiner Seite den ausgeprägten Willen erkennen, diesen Teufelskreis, der schon so viel Blut gefordert hat, zu beenden.  

Wunsch nach Abregung. Einmal mehr haben die Parteien in der abgelaufenen Woche für Aufregungen und Aufgeregtheiten - und das ist bei Weitem nicht dasselbe! - gesorgt. Da landete etwa ein internes ÖVP-Mail bei den oppositionellen Neos - mit Planspielen zu einem Untersuchungsausschuss, der sich auch direkt gegen den grünen Koalitionspartner richten würde. Die Neos regten sich darüber furchtbar auf, die Grünen gaben sich nach außen betont unaufgeregt. Koalitionskündigung? Niemals! Allgemeine Aufregung folgte zu einem Nicht-Auftritt: FPÖ-Chef Herbert Kickl schlug die Einladung des TV-Senders PULS 24 zum „Herbstgespräch“ aus, trat stattdessen lieber im natürlich unkritischen eigenen FPÖ-TV auf. Kurz zuvor hatte man ORF-Satiriker Peter Klien bei einem FPÖ-Frühschoppen im oststeirischen Hartberg aus Kickls Nähe weggezerrt. Neue Zeiten in der Politik, neue Zeiten für Medien… Aufregende Zeiten. Abregung - das wäre es, was dem Land guttun würde. Es wird ein frommer Wunsch bleiben.

Kommen Sie gut durch den Sonntag!

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