War „Versehen“
Werbung in Russland: Vom Militärdienst ins Grab
Dass Russland eifrig für den Krieg wirbt und an allen Ecken Nachschub für die Front sucht, ist allgemein bekannt. In der russischen Stadt Beresniki ging die Reklame nun allerdings endgültig zu weit. Denn dort warb eine Anzeigetafel für den Armeedienst und ein Bestattungsservice gleichzeitig.
„Ein Job für echte Männer“, hieß es auf einer Reklametafel, die der russischen Bevölkerung einen Einsatz an der Front schmackhaft machen sollte, schreibt das Nachrichtenportal „59.ru“. „Schulter an Schulter mit den Landsleuten“, lautete es weiter. Daneben sei gleich eine Telefonnummer angeführt gewesen, unter der man sich freiwillig melden kann.
Unmittelbar darauf, lautes weiter, wurde ein örtlicher Bestattungsdienst beworben - fette Buchstaben machten auf die „Hauptpforte des Stadtfriedhofs“, wie sich der Anbieter nennt, aufmerksam:
Veteranen um Verzeihung gebeten
Nach kurzem Aufruhr im Netz habe sich der Direktor der Firma, die die Reklametafel beitreibt, gemeldet, schreibt „59.ru“. Er habe bereits die Veteranen um Vergebung gebeten.
„Wir wollten keine versteckte Anspielung machen“, beteuerte der Betreiber demnach. Es handle sich um ein Versehen und eine Verkettung unglücklicher Umstände. Als Wiedergutmachung wolle er nun kostenlos Porträts von in der Ukraine gefallenen Soldaten zeigen.
Die Werbung für den Bestatter sei mittlerweile entfernt worden. Nun sucht die Reklametafel also „nur“ noch nach „echten Männern“ für den Krieg.







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