US-Vorwahlen
Romney gewinnt nur knapp in seinem Geburtsstaat
Romney kam in Michigan dem TV-Sender CNN zufolge nach Auszählung von 99 Prozent der Stimmen auf 41,1 Prozent, Santorum erhielt demnach 37,9 Prozent. Abgeschlagen auf den hinteren Plätzen landeten der texanische Abgeordnete Ron Paul mit zwölf Prozent und der ehemalige Chef des Repräsentantenhauses, Newt Gingrich, mit sieben Prozent.
Anders als in Arizona sicherte sich Romney mit seinem Sieg in Michigan jedoch nicht automatisch die Unterstützung aller 30 Delegierten für den Nominierungsparteitag der Republikaner im August. Die Delegiertenstimmen werden nicht als Gesamtpaket vergeben, sondern auf die Sieger in den einzelnen Wahlkreisen verteilt - somit könnte auch Santorum viele gewinnen. Zunächst war unklar, ob Romney oder sein Rivale bei den Wahlmännern vorne lag.
"Wow, was für eine Nacht"
"Wow, was für eine Nacht", rief Romney seinen Anhängern in seinem Michigan-Hauptquartier in Novi zu. "Wir haben nicht deutlich gewonnen, aber wir haben ausreichend gewonnen - und das ist alles, was zählt." Santorum ließ sich ebenfalls feiern. "Vor einem Monat wussten sie nicht, wer wir sind, aber jetzt wissen sie es", sagte der Ex-Senator. Niemand habe von ihm geglaubt, dass er im "Hinterhof" Romneys eine Chance haben könnte.
Das Partei-Establishment der Republikaner steht größtenteils hinter Romney, weil er als aussichtsreichster Herausforderer von Präsident Barack Obama im November gilt. Der Multimillionär verfügt über eine prall gefüllte Wahlkampfkasse und eine schlagkräftige Organisation, allerdings stößt er insbesondere bei der konservativen Basis auf Vorbehalte.
Kraftakt in Michigan nährt Zweifel an Romneys Chancen
Nach seinem Erfolg im bevölkerungsreichen Florida Ende Jänner schien Romney noch klar Kurs auf die Nominierung zu nehmen, verlor dann aber die Vorwahlen in Missouri, Minnesota und Colorado an Santorum. Der Kraftakt in Michigan nährte nun Zweifel an Romneys Favoritenrolle: Der Politiker ist in Michigan geboren und aufgewachsen, sein Vater war hier ein beliebter Gouverneur. Bei seinem erfolglosen Anlauf auf die republikanische Präsidentschaftskandidatur vor vier Jahren hatte er den Bundesstaat noch mit klarem Vorsprung gewonnen.
Neben der Romney-Skepsis des wertkonservativen Flügels der Republikaner dürfte sich in Michigan auch für Santorum ausgewirkt haben, dass die Abstimmung für alle wahlberechtigten Bürger offen war. In automatisierten Telefonanrufen hatte Santorum an Anhänger der Demokratischen Partei appelliert, sich an dem Urnengang zu beteiligen und für ihn zu stimmen. Viele Demokraten gingen offenbar auch von sich aus an die Urnen, weil sie Santorum für den leichter zu schlagenden Kandidaten halten. Nachwahlbefragungen ergaben laut US-Medien, dass jeder zehnte Wähler in Michigan eigentlich ein Obama-Anhänger war.
In Arizona holte Romney, der hier besonders auf die Unterstützung seiner mormonischen Glaubensbrüder zählen konnte, nach Auszählung von 78 Prozent der Stimmen rund 47 Prozent. Santorum erhielt demnach 26 Prozent, Gingrich 16 Prozent und Paul acht Prozent. Damit bekommt Romney alle 29 Delegierten des südwestlichen US-Staates zugesprochen. Eine Vorentscheidung über den republikanischen Herausforderer von Präsident Barack Obama im November könnte nun beim sogenannten Super-Tuesday am 6. März fallen, wenn zehn US-Staaten gleichzeitig abstimmen.







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