Dramatischer Appell
Syrien: Verwundete Journalisten flehen per Video um Hilfe
Vom Krankenbett aus bittet Edith Bouvier um ihre Evakuierung aus der belagerten Hochburg der Protestbewegung. Bei dem Angriff habe sie einen doppelten Beinbruch erlitten, sie benötige "dringend eine Operation", appelliert die Reporterin der französischen Zeitung "Le Figaro" in dem von der syrischen Opposition auf YouTube veröffentlichten Video.
"Jede Hilfe ist willkommen"
Sie fordert einen Waffenstillstand und einen Krankenwagen, um in den Libanon gebracht werden zu können. Bouviers britischer Kollege, der bei dem Angriff ebenfalls verletzt wurde, appelliert zugleich auch an die syrische Regierung. "Jede Hilfe ist willkommen", so der Fotograf in dem Video.
Das Regime hat indes jegliche Verantwortung für den Tod von westlichen Journalisten in Homs zurückgewiesen. Assads Truppen beschossen die Protesthochburg auch am Freitag mit schweren Geschützen. In den Morgenstunden seien fünf Erwachsene und ein Kind ums Leben gekommen, teilten Aktivisten mit.
Französischer Botschafter kehrte nach Syrien zurück
Anlass zur Hoffnung für die Journalisten gibt nun zumindest die Rückkehr des französischen Botschafters in Syrien. Eric Chevallier traf am Donnerstagabend nach zweiwöchiger Abwesenheit wieder in der Hauptstadt Damaskus ein. Dass der Schritt mit der Notlage von Edith Bouvier zusammenhängt, wurde von französischer Seite jedoch nicht bestätigt.
Rotes Kreuz trifft in Homs ein
Am Freitagabend wurde dann bekannt, dass Nothelfer des Roten Kreuzes und des Roten Halbmonds damit begonnen haben, Verletzte in Homs zu versorgen. Entsprechende Angaben bestätigte ein Sprecher des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz. "Wir sind jetzt in dem Stadtviertel Baba Amro zusammen mit dem Syrischen Roten Halbmond", sagte Sprecher Bijan Farnoudi.
Es seien "Verhandlungen über den Abtransport aller Verletzten ohne Ausnahme" im Gange, teilte Farnoudi über den Internet-Dienst Twitter mit. Kurz darauf meldete eine Sprecherin der Organisation, dass Helfer damit begonnen hätten, Frauen und Kinder in Sicherheit zu bringen. Ob sich auch die verletzten Journalisten unter den Versorgten befinden, ist noch nicht klar.
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