Die Täter machten sich eine moderne Art des Bankraubs zunutze und plünderten mit Knopfkameras und Spionagesoftware statt mit Strumpfmaske und Revolver die Gelder der Bankkunden. In halb Österreich gab es solche Angriffe, in fünf Fällen wurden seit Herbst in Kärnten Geldautomaten manipuliert.
Dabei gingen die Täter höchst professionell vor: Sie stülpten einen Plastik-Nachbau (Bild 2) über die Leseschlitze der Bankomaten. In ihm befand sich ein Kartenleser, der die Kundendaten kopierte und speicherte. Ein optischer Unterschied zwischen einem manipulierten Bankomaten und einem einwandfreien Gerät war kaum zu erkennen, wie auf dem ersten Bild oben zu sehen ist (das rechte zeigt das einwandfreie Gerät). Die Zahlencodes der Bankkunden erspähten die Gangster mit Minikameras, die sie oberhalb des Tastenfeldes angebracht hatten.
Festnahme nach Observation in Klagenfurt
Einem Kunden war vor einigen Wochen jedoch eine solche Manipulation am Ring in Klagenfurt aufgefallen. Eine Observations-Einheit der Polizei legte sich daraufhin auf die Lauer. Mit Erfolg: Als die zwei Bulgaren, 51 und 37 Jahre alt, die kopierten Daten beim Bankomaten abholen wollten, schnappte die Falle zu.
Die Osteuropäer gelten als Mitglieder einer organisierten Verbrecherbande, die sich auf den "Cyber-Bankraub" spezialisiert hat. "Die Männer waren technisch hervorragend ausgerüstet. Da weitere Tätergruppen unterwegs sind, raten wir zur Vorsicht", mahnte ein Ermittler.
Die in Kärnten gestohlenen Daten dürften von der "Bankomat-Mafia" verkauft und auf Daten-Rohlinge übertragen worden sein. "In Österreich gab es seit Herbst 20 Fälle. Die Gelder wurden im Oman und in Südamerika behoben", erklärten die Ermittler (siehe Infobox). Die Schadenshöhe der Betrugsserie ist noch nicht bekannt.
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