„Oberösterreich ist kinderreich und betreuungsarm“, fasst die Landtagsabgeordnete der NEOS, Julia Bammer, eine neue Studie zur Lage der Kinderbetreuung in Oberösterreich pointiert zusammen. Vor allem beim Angebot für die Kleinsten gibt es demnach gerade in unserem Bundesland noch großen Nachholbedarf.
Das Economica Institut für Wirtschaftsforschung hat für die oberösterreichischen NEOS auf Basis der Daten aus dem Jahr 2021/22 eine Analyse des bestehenden Kinderbetreuungsangebots erstellt. Wie Studienautor Helmut Berrer in einer Pressekonferenz mit Bammer am Mittwoch ausführte, sei Oberösterreich im Bundesvergleich verhältnismäßig kinderreich. Die Betreuungsquote der Drei- bis Fünfjährigen sei mit 94 Prozent ähnlich hoch wie im Rest Österreichs. Bei den Unter-Dreijährigen liege sie allerdings bei 19,6 Prozent und damit sei man hinter der Steiermark das zweitschlechteste Bundesland, der Bundesschnitt betrage knapp 30 Prozent (2021/22).
Der Aufholbedarf könnte kaum größer sein, vom Kinderland Nummer 1 sind wir weit weg. Das ist vor allem ein Standortthema, denn das macht Oberösterreich für Familien und Betriebe zunehmend unattraktiv und führt dazu, dass wir auch international zurückfallen.
Julia Bammer, NEOS
Kein Überblick über die Bedarfslage
NEOS verlangen eine zentrale Bedarfserhebung für die Kinderbetreuung in Oberösterreich - ein entsprechender Antrag dafür soll am Donnerstag im zuständigen Landtagsausschuss behandelt werden - sowie die Rückkehr zum beitragsfreien Nachmittagskindergarten. Bammer kritisiert, dass das Land keinerlei Überblick über den Bedarf habe. Es obliege den Gemeinden, diesen zu erheben, sieht sie ein strukturelles Problem. In den Kommunen werde das aber sehr unterschiedlich gehandhabt, oft erfolge eine Bedarfserhebung erst, wenn die Kinder im Kindergarten sind und nicht bei jungen Familien an sich. Hier müsse das Land endlich eine „echte Aufsicht“ ausüben, forderte sie. Zudem sei der - oft als „Herdprämie“ kritisierte - Kinderbetreuungsbonus ein völlig falsches Signal.
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