Bombenserie
Schon wieder blutige Anschläge in Nigeria: 160 Tote
Ziele der koordinierten Serie von Anschlägen waren das Polizeihauptquartier sowie drei weitere Polizeistationen in der zweitgrößten Stadt Nigerias im Norden des Landes. Die radikalislamische Sekte Boko Haram bekannte sich telefonisch bei mehreren nigerianischen Medien zu den Anschlägen und bezeichnete sie als "Vergeltungsmaßnahmen" nach jüngsten Verhaftungen von Mitgliedern der Terror-Organisation.
Die Behörden verhängten nach den Anschlägen eine 24-stündige Ausgangssperre über die Millionenstadt, es waren jedoch immer wieder Schüsse zu hören. Ein Journalist war direkt nach den Anschlägen bei Interviews mit Augenzeugen von einem Heckenschützen getötet worden.
Erst rund um die Weihnachtstage blutige Anschläge
Nigeria leidet seit Langem unter dem Terror der Islamisten, die ihre Basis im überwiegend islamischen Norden des bevölkerungsreichsten Staates in Afrika haben. In den Weihnachtstagen und Anfang Jänner waren bei Bombenanschlägen und Überfällen auf christliche Kirchen Dutzende von Menschen getötet und viele weitere verletzt worden. Nigerias Präsident Goodluck Jonathan hatte vorübergehend den Ausnahmezustand über vier Regionen verhängt und die Grenzen zu Nachbarländern schließen lassen.
Vor drei Wochen hatten die Islamisten den Christen ein Ultimatum gestellt. Sie sollten innerhalb von drei Tagen die Region verlassen. Die Boko Haram lehnt jeden westlichen Lebensstil und das Christentum strikt ab. Mindestens 10.000 Christen waren nach Angaben des Roten Kreuzes aus dem Norden geflohen.
In den vergangenen Wochen wurde Nigeria auch durch gewalttätige Proteste und einen Generalstreik in vielen Teilen des Landes gegen die Erhöhung der Benzinpreise erschüttert.
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