Fahnder hatten den Reisebus im August des Vorjahres in Wien aus dem Verkehr gezogen - trotz intensiver Tarnung des Vorhabens mit 22 Personen, die als "Touristen" mitgefahren waren. Diese "Komparsen", wie sie ein Ermittler nannte, wurden bereits zu teilbedingten Haftstrafen verurteilt (siehe Infobox).
Illegale in 25 cm hohen Verstecken
Die drei nun Angeklagten hätten in Kauf genommen, dass die Geschleppten einem qualvollen Zustand ausgesetzt waren, so die Staatsanwältin. Sie waren während der rund zwölfstündigen Fahrt in zum Teil nur 25 Zentimeter hohen Verstecken (siehe Bilder) unter den Sitzreihen und dem Mittelgang des Busses eingezwängt, die sie nicht ohne Hilfe verlassen konnten.
Den beiden Lenkern im Alter von 38 und 53 Jahren wurden vier bzw. fünf derartige Fahrten zur Last gelegt. Der 49-jährige Begleiter - er gab den illegal Mitfahrenden vor Fahrtantritt Getränke und Kekse mit ins Versteck - soll bei insgesamt neun Schleppungen dabei gewesen sein. Seine Aufgabe sei es auch gewesen, den Leuten Anweisungen für ihr Verhalten zu geben und sie bei Zwischenstopps aus ihren Verstecken zu holen.
Alle drei Angeklagten bekannten sich schuldig
Vor dem Schöffensenat unter Richter Karl Mitterhöfer bekannten sich die drei Angeklagten der Teilnahme an den Schlepperfahrten schuldig. Bei Informationen über ihre Hintermänner hielten sie sich allerdings zurück: Der Begleiter erzählte von einem Unbekannten, der ihm telefonisch angeboten habe, dass er 300 bis 350 Euro pro Fahrt verdienen könne. Bei einem Treffen wurde er instruiert, wie die Türen und Verstecke zu öffnen seien.
Den illegal mitfahrenden Passagieren habe er, wenn nötig, geholfen: "Ich habe sogar das Gleiche gegessen wie die", meinte der Angeklagte. "Nur sind sie in einem bequemen Sessel gesessen und die anderen waren in einem Versteck, das 25 Zentimeter hoch ist. Das war halt der Unterschied", gab ihm der Vorsitzende zur Antwort.
Chauffeur: "Bin wegen des Geldes gefahren"
Der 38-jährige Chauffeur erzählte, er habe von einem Freund erfahren, dass ein Fahrer gesucht werde. Treffpunkt war der Parkplatz einer Tankstelle, wo er auch den Bus übernahm. Bei einem Stopp auf einem Rastplatz habe er dann "Illegale" gesehen. "Ich war nur der Fahrer und ich bin wegen des Geldes gefahren", rechtfertigte er sich. Schon bei der ersten Fahrt habe er mitbekommen, "dass da irgendetwas Ungesetzliches ist". Als Lohn erhielt er pro Tour 500 Euro.
Er habe "ganz normal 800 Euro netto im Monat Gehalt bekommen", schilderte dann der andere Chauffeur. Er sei beim "Reisebüro", das die Fahrten organisierte, angestellt und ordnungsgemäß angemeldet gewesen. Im Schlepperbus konnten zwei Sitzreihen mittels Fernbedienung verschoben werden, um die sehr engen Verstecke zu öffnen, erläuterte ein Ermittler des Landeskriminalamtes Wien. Gegen die Hintermänner des Trios ermittle das Bundeskriminalamt mit den griechischen Kollegen.
Strafen abgestuft nach dem Grad der Beteiligung
Der Senat nahm die Beteiligung der Männer an einer kriminellen Vereinigung als erwiesen an und fällte Schuldsprüche. Die Strafen wurden abgestuft nach dem Grad der Beteiligung an den Fahrten verhängt, so der Vorsitzende - zudem hätten sich die Angeklagten überwiegend geständig gezeigt. Die beiden Lenker erbaten Bedenkzeit, der Drittangeklagte verzichtete auf Rechtsmittel. Die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab.
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