Attentat auf Schiiten

Irak: Dutzende Pilger bei Explosion in Basra getötet

Ausland
14.01.2012 14:26
Bei einem Selbstmordattentat in der südirakischen Stadt Basra sind am Samstag mindestens 52 schiitische Pilger ums Leben gekommen. Rund 100 weitere Personen wurden verletzt. Ein Attentäter hatte sich irakischen Medienberichten zufolge mitten in einer Gruppe von Wallfahrern in die Luft gesprengt.

Der Vorfall ereignete sich rund fünf Kilometer außerhalb von Basra. Die Opfer waren auf dem Weg zu der Pilgerstätte Khutwa Imam Ali. Nach Angaben von Augenzeugen hatte der Angreifer vor der Tat zunächst Kekse verteilt. Als sich ihm Polizisten näherten, kam es zur Explosion. Viele Schiiten pilgern zu dem Ort zehn Kilometer westlich von Basra, wenn sie nicht auf den längeren Weg nach Kerbala im Zentrum des Irak machen können.

Drei Polizisten bei Bombenanschlag getötet
Indes wurden in der Nähe der Stadt Mosul am Samstag nach Angaben der Behörden drei Polizisten bei einem weiteren Bombenanschlag getötet. Dabei hatte es der Angreifer offenbar ebenfalls auf Pilger abgesehen, die dort einen Schiitenschrein besuchten. In den vergangenen Tagen starben Dutzende Schiiten bei vergleichbaren Anschlägen.

In Kerbela versammeln sich jedes Jahr Millionen von Gläubigen, um das Ende der Trauerzeit für den im Jahr 680 dort getöteten Imam Hussein bin Ali zu begehen, dem Enkel des Propheten Mohammed. In den vergangenen Jahren war es bei diesen Wallfahrten immer wieder zu blutigen Anschlägen auf Schiiten gekommen.

Streit zwischen Schiiten und Sunniten eskaliert
Beobachter sehen einen Zusammenhang zwischen den Anschlägen und der Eskalation des politischen Streits zwischen schiitischen und sunnitischen Muslimen. Schiiten stellen knapp zwei Drittel der rund 30 Millionen Iraker. Etwa ein Drittel bekennt sich zur Glaubensrichtung der Sunniten.

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