Keine Zeit?

“Feigling” Wladimir Putin drückt sich vor TV-Duellen

Ausland
12.01.2012 15:13
Ob als Eishockey-Crack, Judo-Kämpfer, Skifahrer, spärlich bekleideter Steppenreiter, Tierfänger, Schatztaucher oder als kerniger Motorradfahrer: Der russische Ministerpräsident Waldimir Putin inszeniert sich gerne als Mann für alle Fälle. Doch seine Ankündigung, sich im Präsidentschaftswahlkampf nicht an TV-Debatten mit anderen Kandidaten zu beteiligen, hat am Donnerstag für hämische Kommentare gesorgt. Oppositionspolitiker nannten Putin gar einen "Feigling".

Seine Arbeit lasse ihm für TV-Debatten keine Zeit, ließ Putin - der sich noch nie einem Fernsehduell nach westlichem Vorbild mit seinen Gegnern gestellt hat - von seinem Sprecher Dmitri Peskow ausrichten. Von der Opposition wurde der Regierungschef daraufhin mit Spott und Häme bedacht. Wenige Stunden nach dem Start seiner offiziellen Wahlkampfseite im Internet sah sich Putin zudem schon mit mehreren Rücktrittsforderungen konfrontiert.

Rücktritt, ansonsten "Revolution"
"Eine freundliche Bitte, verlassen Sie die Politik", schreibt etwa Andrej Antonenko in der für Kommentare vorgesehenen Sektion. Swetlana Sorokina fordert Putin auf, den Posten als Regierungschef aufzugeben und seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl am 4. März zurückzuziehen. Ansonsten drohe eine "Revolution". Daneben gab es auch mehrere Bekundungen der Zustimmung für Putin.

Die am Donnerstag gestartete Webseite putin2012.ru, die den 59-Jährigen unter anderem als Puckjäger und im Judo-Outfit zeigt, enthält neben Putins Programm für die Präsidentenwahl auch eine Biografie des Mannes, der schon von 2000 bis 2008 Staatschef war. Der etwa 27.000 Euro teure Internetauftritt wird mit Mitteln aus Putins Wahlfonds finanziert. Bisher hatte sich der Regierungschef im Gegensatz zu Noch-Präsident Dmitri Medwedew dem Internet gegenüber eher skeptisch gezeigt.

Muss sich Putin erstmals einer Stichwahl stellen?
Bei der Präsidentenwahl in knapp zwei Monaten gilt Putin als der Favorit, möglicherweise muss er sich aber erstmals einer Stichwahl stellen. Nach der umstrittenen Parlamentswahl vom Dezember hatte Russland beispiellose Proteste wegen Wahlbetrugs erlebt. Putins Partei Einiges Russland verlor bei dem Urnengang massiv Stimmen, kann aber dennoch alleine weiterregieren. Bei der Wahl zu "Russlands Politiker 2011" kam Putin jedoch nur noch auf 38 Prozent, das sind 17 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
12.01.2012 15:13
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung