Es war eine Geheimaktion: Bis Dienstag blieb die Liste mit den betroffenen Schulen - es handelt sich großteils um Einrichtungen mit weniger als 20 Schülern - unter Verschluss, erst kurz vor ihrer Veröffentlichung wurden die Bürgermeister per E-Mail informiert. Viele erfuhren die Hiobsbotschaft aus den Nachrichten.
"Es war, als hätte uns der Blitz getroffen", sagt ein zutiefst enttäuschter Johann Fuchs, Bürgermeister von Stein im Bezirk Fürstenfeld. Er verliert eine Volksschule mit derzeit 13 Kindern. Besonders stört Fuchs, dass die Entscheidung pädagogisch begründet wird - die rot-schwarze Koalition um Landeshauptmann Franz Voves, Vize-LH Hermann Schützenhöfer und Bildungslandesrätin Elisabeth Grossmann sieht "keine Spareffekte, sondern mehr Qualität".
"Als ob alle in Kleinschulen Trotteln wären"
"Als ob alle in Kleinschulen Trotteln wären. Bei uns gibt es eine familiäre Atmosphäre, individuelle Betreuung ist möglich", so der Bürgermeister. Sein Handy läuft heiß, viele Eltern fragen, was man machen könne. Fuchs: "Wir wollen uns auf jeden Fall so lange wie möglich wehren und alle rechtlichen Schritte prüfen." Auch weil man in drei Jahren wieder die geforderten 20 Schüler hätte.
Ortschef Heinz Wilding aus Hohentauern im Murtal gibt ebenso noch nicht auf: "In der kommenden Woche habe ich ein Gespräch in Graz." Wilding will vor allem auf die exponierte Lage seiner Gemeinde am Triebener Tauern hinweisen. Die elf Kinder der Volksschule müssten künftig nach Trieben - auf der oft für Stunden gesperrten B114 ist das kein leichtes Unterfangen.
Opposition: "Lieber Schulräte einsparen"
Fuchs und Wilding stehen stellvertretend für viele ihrer Kollegen in der Steiermark. Kritik gibt es aber nicht nur aus den Regionen, sondern auch von der politischen Opposition. Von "Kahlschlag" ist hier die Rede. Viel eher sollten die Bezirksschulräte eingespart werden - eine Meinung, die übrigens auch die Schülerunion (eine ÖVP-nahe Organisation) vertritt.
Trotz des nun losbrechenden Proteststurms ist ein Rückzieher des Landes schwer vorstellbar. Im Gegenteil: Dies war wohl erst der erste Streich. Höhere Schulen und Musikschulen sollen folgen.
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