05.01.2012 14:29 |

Prozess in Kairo

Todesstrafe für Ex-Präsidenten Mubarak gefordert

Im Prozess gegen den früheren ägyptischen Staatschef Hosni Mubarak hat die Staatsanwaltschaft die Todesstrafe gefordert. Diese sei gerechtfertigt, weil handfeste Beweise dafür vorlägen, dass der "tyrannische Führer" für tödliche Schüsse auf Demonstranten während des Umsturzes im vergangenen Jahr verantwortlich sei. Für Mord sei daher die Höchststrafe zu verhängen, erklärte Ankläger Mustafa Khater am Donnerstag in seinem Plädoyer in Kairo.

Mubarak, der am 11. Februar vergangenen Jahres nach drei Jahrzehnten an der Macht nach Massenprotesten sein Amt aufgeben musste, steht seit August in Kairo vor Gericht. Ihm werden die Anordnung von Gewalt gegen Regierungsgegner sowie Korruption und Amtsmissbrauch vorgeworfen. Bei den Aufständen waren rund 850 Menschen getötet worden.

"Es ist unmöglich, nichts zu wissen"
In seinem Plädoyer betonte Khater am Donnerstag, selbst falls Mubarak nicht direkt einen Schießbefehl erteilt haben sollte, sei er für den Tod der Demonstranten verantwortlich. Es sei unmöglich, dass Mubarak nichts von den Vorgängen gewusst habe. Der Ex-Präsident müsse sich fragen lassen, warum er nicht eingeschritten sei, um die Gewalt gegen Demonstranten zu verhindern.

Außerdem forderte die Staatsanwaltschaft auch noch für einige Mitangeklagte die Todesstrafe: Ex-Innenminister Habib al-Adli und sechs Sicherheitsvertreter. Mubaraks Söhnen Alaa und Gamal droht dagegen nur eine Haftstrafe von 15 bis 25 Jahren.

Die Angeklagten weisen die Vorwürfe zurück. Die Verhandlung wurde auf 9. Jänner vertagt. Laut Khater hörte die Staatsanwaltschaft bisher mehr als 2.000 Zeugen und wertete die Aussagen von Ärzten, Demonstranten und Polizisten aus. Staatliche Sicherheitsorgane wie der Geheimdienst hätten nicht kooperiert.

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