Europas Banken sind laut dem jüngsten Stresstest gut auf eine potenzielle Wirtschaftskrise vorbereitet. Das teilte die Europäische Bankenaufsicht (EBA) am Freitagabend mit, die zuvor ein Krisenszenario für die Institute simuliert hatte.
Es habe sich um ein so hartes Szenario gehandelt wie noch nie. So sei von verschärften geopolitischen Spannungen und einem Wiederaufleben der Corona-Pandemie ausgegangen worden. Ein Einbruch der Wirtschaft, steigende Arbeitslosigkeit, eine hohe Inflation und ein Einknicken der Aktienmärkte wären die Folgen. Im Detail sackt die Wirtschaftsleistung (BIP) der EU-Staaten in dem Szenario in den Jahren 2023 bis 2025 um insgesamt sechs Prozent ab, die Arbeitslosenquote steigt um etwa sechs Prozentpunkte.
Höhere Gewinne
Die Inflationsrate liegt bis zu drei Prozent höher als ohne dieses Szenario. Das zentrale Ergebnis des Stresstests ist somit, dass Europas Banken gut auf eine potenzielle schwere Wirtschaftskrise vorbereitet sind. Die Finanzkonzerne könnten die Wirtschaft noch unterstützen. In Bezug auf die Kernkapitalquote schnitten die Banken jetzt besser ab als noch im vorigen Test 2021. Die EBA begründete das mit höheren Gewinnen und einer höheren Qualität der Vermögenswerte zu Beginn des Tests Anfang 2023.
Aus Österreich waren sechs Banken bei dem Test dabei. Diese hätten sich widerstandsfähig gezeigt, hieß es aus der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA) und der Österreichischen Nationalbank (OeNB) am Freitagabend. „Auf individueller Ebene ist die Performance heterogen, aber alle österreichischen Banken erfüllen auch im Stress-Szenario die gesetzlichen Kapitalanforderungen“, wurde in einer Aussendung festgehalten.
„Resultate kein Freibrief“
Dass die positiven Resultate „kein Freibrief“ sein, gab FMA-Vorstandsmitglied Helmut Ettl zu bedenken. Der Weg der vergangenen Jahre solle beibehalten werden. „Die Wirtschaft wird auch in den nächsten Jahren von Unsicherheiten geprägt sein und ist dabei auf einen stabilen Bankensektor als Partner angewiesen.“
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