03.01.2012 12:18 |

Nach Öl-Katastrophe

BP will 20 Milliarden Dollar von US-Konzern Halliburton

Über ein Jahr nach der schwersten Ölpest im Golf von Mexiko verlangt der britische Ölkonzern BP vom US-Erdöldienstleister Halliburton 20 Milliarden Dollar (15,4 Mrd. Euro) Schadensersatz, wie die Wirtschaftsagentur Bloomberg am Montag unter Berufung auf gerichtliche Unterlagen berichtete. Halliburton hatte unter anderem den Zement zum Abdichten des Bohrloches geliefert.

BP verlange von dem US-Konzern eine Entschädigung für die Beseitigung der Umweltschäden, entgangene Gewinne und alle anderen Kosten im Zusammenhang mit der Explosion der Bohrinsel "Deepwater Horizon", heißt es laut "San Francisco Chronicle" in der am Montag eingereichten Klageschrift. Der britische Konzern hat laut eigenen Angaben bereits 21 Milliarden Dollar für die Beseitigung der Umweltschäden und Schadenersatzzahlungen an Unternehmen und Einzelpersonen in der Region bezahlt. Weitere 20 Milliarden hat das Unternehmen noch für weitere Zahlungen zurückgestellt.

Im Zusammenhang mit der größten Umweltkatastrophe in der Geschichte der USA, die im April 2010 begann und mehrere Monate dauerte, laufen bereits rund 500 Klagen. Vor allem BP und Halliburton streiten sich darüber, wer an der Katastrophe die Hauptschuld trägt.

Klagen, Gegenklagen und kein Ende in Sicht
Bereits im April 2011 hatte BP den Schweizer Betreiber der Unglücksbohrinsel, Transocean, auf 40 Milliarden Dollar verklagt. Auch gegen Halliburton wurden damals rechtliche Schritte eingeleitet, nachdem ein Gutachten dem Erdöldienstleister eine Mitschuld an der Katastrophe im Golf von Mexiko attestiert hatte. Bei den Vorwürfen gegen Halliburton geht es darum, dass das Bohrloch auf dem Meeresgrund nicht sachgemäß abgedichtet und dabei möglicherweise minderwertiger Zement verwendet worden sei. Die beiden Unternehmen wehrten sich mit Gegenklagen.

Bei der Explosion der Bohrinsel "Deepwater Horizon" waren elf Arbeiter ums Leben gekommen. Durch das Unglück entstand ein Leck am Bohrloch, aus dem über Wochen Erdöl ins Meer strömte. Mehrere Versuche, das Leck zu schließen, schlugen zunächst fehl. Weite Teile der amerikanischen Golfküste wurden verschmutzt.

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