Sa, 21. Juli 2018

Umstrittenes Urteil

27.12.2011 10:46

Äthiopien: Elf Jahre Haft für Reporter-Duo aus Schweden

Zu je elf Jahren Haft sind zwei schwedische Journalisten in Äthiopien von einem Gericht in der Hauptstadt Addis Abbeba verurteilt worden. Der Reporter Martin Schibbye (rechts im Bild) und der Fotograf Johan Persson (Bild links) waren bereits am 21. Dezember wegen terroristischer Aktivitäten und illegalen Grenzübertritts von demselben Gericht für schuldig erkannt worden. Der Schuldspruch sorgte für einen Sturm der Entrüstung in Schweden.

Die beiden Männer waren im Juli in der Bürgerkriegsprovinz Ogaden festgenommen worden, wo sie nach eigener Aussage zu Recherchen über Menschenrechtsverletzungen unterwegs waren. Bei ihrer Festnahme wurden sie zusammen mit Angehörigen der separatistischen "Ogaden National Liberation Front" (ONLF) angetroffen. Die Journalisten räumten im Prozess die illegale Einreise nach Äthiopien ein, bestritten aber den Vorwurf der Unterstützung terroristischer Aktivitäten.

Politische Justiz gegen Medien?
Bereits der Schuldspruch rief in Schweden vor Weihnachten in Medien und Politik einen Sturm der Entrüstung gegen die Vorgangsweise der äthiopischen Justiz hervor. Dieser wird systematische politische Justiz gegen die Medien vorgeworfen.

Schwedens Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt hatte vor den Feiertagen in Stockholm erklärt, seine Regierung sei wegen des Falls in Kontakt mit den Behörden in Äthiopien. Er sagte weiter: "Wir waren immer der Meinung, dass die beiden in journalistischem Auftrag im Land gewesen sind."

Außenminister im Kreuzfeuer der Kritik
Davor hatte es im Sommer in Schweden auch Kritik an Außenminister Carl Bildt gegeben, der unter Hinweis auf eine Reisewarnung seines Ministeriums erst nach anfänglichem Zögern den Reportern und ihren Familien umfangreiche Unterstützung ausgesprochen hatte. Bildt stand in der Vergangenheit immer wieder im Verdacht, wegen seiner Verbindungen zu dem Erdölkonzern Lundin in der Region auch private Interessen zu haben.

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