Do, 13. Dezember 2018

Soldaten besucht

21.12.2011 21:43

Darabos möchte Libanon-Einsatz verlängern

Das österreichische Bundesheer ist erst seit November an der UNO-Mission UNIFIL im Libanon beteiligt, trotzdem denkt Verteidigungsminister Norbert Darabos schon jetzt über eine Verlängerung des Einsatzes nach. Er möchte diese Mission, die - wie derzeit geplant - bis Ende des Jahres dauert, "durchaus verlängern", sagte Darabos am Mittwochabend anlässlich seines Truppenbesuchs im Libanon.

Darabos ist seit Dienstag in dem Land. Am Beginn seiner dreitätigen Visite führte er politische Gespräche mit dem libanesischen Premierminister Najib Mikati (Bild), dem libanesischen Außenminister Adnan Mansour und dem libanesischen Verteidigungsminister Fayez Ghosn. Thema dieser Gespräche sei weniger die Lage im Nahen Osten im Allgemeinen als vielmehr die UNIFIL-Mission und das Engagement Österreichs gewesen, so Darabos. Österreich genieße in der Region einen hohen Stellenwert, vor allem als neutraler Staat.

Darabos sei dieser Einsatz auch deswegen wichtig gewesen, weil Österreich damit wieder an einer neuen UNO-Mission teilnimmt. Seine politischen Gesprächspartner hätten sich mehrfach positiv geäußert. Die libanesische Regierung schätze und unterstütze die UNO-Mission, so Darabos. Er habe das Gefühl, dass das Kabinett am Friedensprozess interessiert sei. Provokationen aus Israel und aus dem Süden des Landes seien nicht im Interesse der Regierung, so Darabos.

Die jüngsten Angriffe auf italienische und französische Soldaten sind nach Ansicht des Ministers auch nicht das Werk der im Süden dominierenden Hisbollah, sondern von "Splittergruppen, die destabilisierend wirken wollen". Der Ressortchef zeigte sich überzeugt, dass die UNIFIL einen guten Job in der Region mache und dem Auftrag, für Stabilität zwischen dem Libanon und Israel zu sorgen, voll nachkomme. Dass sich Österreich hier engagiere, komme auch nicht "von ungefähr", sondern sei Teil der Sicherheitsstrategie mit den Schwerpunkten Nahost und Balkan. Durch den langjährigen Einsatz am Golan verfüge das Bundesheer über großes Know-how und viel Erfahrung, die man bei der neuen Mission im Libanon ausspielen könne.

"Sehr herausfordernde Mission"
Die neue Mission des Bundesheeres sei "sehr herausfordernd" und von der Aufgabe auch "gefährlicher" als andere Einsätze, sagte Darabos. Das Kontingent des Bundesheeres mit 160 Soldaten besteht aus Logistikern, Kraftfahrern, Mechanikern und Sanitätern. Ihre Aufgaben sind der Transport von Personal und Ausrüstung, das Bergen und Reparieren beschädigter UNIFIL-Fahrzeuge und die Versorgung der UN-Truppe mit Treibstoff. "Es ist schon sehr motivierend, wenn man bei einem solchen Besuch erlebt, wie sich das, was man über Monate plant, vorbereitet und anordnet, in der Praxis bewährt", sagte der Darabos begleitende Einsatzchef des Bundesheeres, Generalleutnant Christian Segur-Cabanac.

Aufgabe der UNIFIL-Kräfte ist es, die Grenzregion zu Israel ruhig zu halten und die Sicherheit für die Bevölkerung zu gewährleisten. Die Blauhelm-Soldaten führen dazu Patrouillen durch, betreiben Checkpoints, unterstützen die libanesischen Sicherheitskräfte und vermitteln auch zwischen den Konfliktparteien. Die unsichere Lage im Südlibanon könne allerdings nicht separat gelöst werden, denn sie hänge mit anderen Konflikten in der Region zusammen, erklärte Darabos.

Teil des Besuchsprogramms des Verteidigungsministers war auch eine Kranzniederlegung in der Gedenkstätte in Khiyam. Dort wurden im Jahr 2006 vier UNO-Beobachter durch einen israelischen Bombenangriff getötet. Einer davon war der 44-jährige österreichische Milizoffizier Hans Peter Lang aus der Steiermark.

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