Unternehmen im Visier

Wenn Cyberkriminelle die Namen ihrer Opfer kennen

Tirol
12.07.2023 20:00

Niemand bemerkt es: Kriminelle gelangen oft mit üblen Tricks in die IT-Systeme heimischer Firmen. Mit direkter Anrede in E-Mails gelingen ihnen dann oft schmerzhafte Betrügereien.

Wie schnell man Opfer einer Cyber-Attacke mit E-Mail-Spionage, Identitätsklau und Erpressung werden kann, mussten schon etliche Tiroler Unternehmen schmerzhaft am eigenen Leib erfahren. Dabei sind die Zeiten, in denen Cyberkriminelle blind Spam-Mails verschickt haben, längst vorbei. Heutzutage gehen sie oftmals gefinkelter vor, reden die Opfer meist mit dem Namen an.

Mehr als jede zweite Firma im Visier von Kriminellen
Und die sogenannte „Spear-Phishing-Methode“ scheint sehr erfolgreich zu sein, wie auch ein aktueller Report von Barracuda Networks, weltweit eines der führenden IT-Sicherheitsunternehmen mit Sitz in Innsbruck, zeigt. „Spear-Phishing-Angriffe machen nur 0,1 Prozent aller E-Mail-basierten Angriffe aus, aber sie sind für 66 Prozent aller Sicherheitsverletzungen verantwortlich“, so die Computer-Experten.

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Die Firmen werden von den Kriminellen mit derartigen Angriffen torpediert und haben Mühe, damit Schritt zu halten.

IT-Experten von Barracuda Networks

Dabei wurden laut der Studie in den vergangenen zwölf Monaten 55 Prozent der Unternehmen in Österreich, Deutschland und der Schweiz Opfer solch gezielter Attacken. „Die Firmen werden von den Kriminellen mit derartigen Angriffen torpediert und haben Mühe, damit Schritt zu halten“, betont man bei Barracuda.

Bei 24 Prozent aller Unternehmen war zudem mindestens ein E-Mail-Konto – meist vollkommen unbemerkt – von Gaunern „unterwandert“. Im Schnitt werden von jedem kompromittierten Konto 370 bösartige E-Mails versendet.

Homeoffice erhöht das Risiko von Hackern extrem
Und auch auf ein weiteres interessantes Detail macht die Studie aufmerksam: Bei Firmen, die viel Homeoffice anbieten, erhöht sich das Risiko von Cyber-Attacken extrem. Im Schnitt erhalten Unternehmen, in denen mehr als 50 Prozent der Mitarbeiter von Zuhause aus arbeiten, 13 verdächtige Mails am Tag, alle anderen „nur“ sieben.

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