"Großer Schlag"

Drogenkurier mit sieben Kilo Heroin in Vorarlberg gefasst

Vorarlberg
13.12.2011 11:41
Das Landeskriminalamt Vorarlberg hat gemeinsam mit der für Liechtenstein zuständigen Schweizer Grenzwacht einen groß angelegten Heroinschmuggel aufgeklärt. Die Schweizer Fahnder entdeckten am 29. November 2011 in dem Wagen eines 52-jährigen aus Albanien stammenden Österreichers ein professionelles Schmugglerversteck, in dem sich rund sieben Kilogramm Heroin (Bild) befanden. Das Suchtgift dürfte einen Verkaufswert von mindestens einer halben Million Euro haben, hieß es.

Peter Brazerol, Betäubungsmittel-Chef der Grenzwacht, erklärte, der 52-Jährige sei am 29. November gegen Mittag an der Grenze Schaanwald (Liechtenstein) - Feldkirch-Tisis aufgefallen, als er mit seinem Wagen nach Liechtenstein einreisen wollte. Bei der folgenden Zollkontrolle sei das Versteck mit den 14 Drogen-Päckchen entdeckt worden, zu dem man sich aus ermittlungstaktischen Gründen nicht näher äußern wolle. Der Verdächtige, das Fahrzeug und das Suchtgift wurden an das Landeskriminalamt Vorarlberg übergeben.

"Das ist ein großer Schlag gegen den Drogenschmuggel", so Stefan Schlosser, stellvertretender Leiter des Landeskriminalamts. Meist habe man es in Vorarlberg bei Heroin nur mit Aufgriffen im Grammbereich zu tun. Zuletzt gab es im Sommer 2008 einen Fall in ähnlicher Größenordnung, als sechseinhalb Kilogramm Heroin sichergestellt wurden. Auch für die Grenzwacht handelte es sich um einen der größten Funde der vergangenen Jahre, hieß es.

Ermittlungen stehen noch am Anfang
Die Erhebungen bezüglich der Hintermänner in Südosteuropa sowie in Wien laufen in Zusammenarbeit mit Interpol. "Wir sind mit unseren Ermittlungen noch am Anfang", so der leitende Ermittler Oswald Wachter. Laut Wachter sagte der beschäftigungslose 52-Jährige aus, er habe vor Jahren einem inzwischen verstorbenen Bekannten 15.000 US-Dollar geliehen, das Geld aber nie zurückbekommen. Im vergangenen Jahr sei er von einer Frau angesprochen worden, die ihm eine Möglichkeit eröffnet habe, wie er zu dem Geld kommen könnte. Er sollte Transporte in die Schweiz übernehmen. Er habe gehofft, so sein Geld wiederzusehen, erklärte der 52-Jährige gegenüber den Behörden.

Verdächtiger spricht von "einmaliger Sache"
Ein Unbekannter - "unser Verdächtiger will ihn nicht kennen" - habe ihn am 28. November abends daheim in Wien besucht und die Drogenpäckchen mitgebracht, sagte der Mann. Gemeinsam habe man das Schmuggelgut im Wagen verstaut. Dass es sich um Suchtgift handelte, habe er nicht gewusst, so der mutmaßliche Kurier.

Am Zielort Zürich sollte er von einer Person angerufen werden, die weitere Instruktionen hätte. Zu den beiden Kontaktpersonen habe der 52-Jährige nur vage Angaben gemacht. Es habe sich um eine "einmalige Sache" gehandelt, so der in U-Haft sitzende Verdächtige, der bisher nicht polizeilich aufgefallen war. Dem Mann droht eine mehrjährige Haftstrafe.

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