30.11.2011 17:32 |

Viel Reformbedarf

Beamte kosten uns jährlich 28 Milliarden Euro

Außerordentlich zurückhaltend sind die zuständigen Ministerien und Behörden mit der Veröffentlichung der Gesamtzahl sämtlicher Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst des Bundes, der Länder und Gemeinden und allen ausgelagerten behördlichen Einrichtungen. Die Diskretion mag einen Grund haben, denn immerhin sind 487.000 Vollzeitkräfte in diesem Sektor beschäftigt. Die volkswirtschaftlichen Gesamtkosten machen rund 28 Milliarden Euro im Jahr aus.

Offiziell beschäftigt der Bund 132.000 Mitarbeiter. Allerdings zeigen Budgetgesetze auf, dass für 2011 mehr als 135.000 Planstellen vorgesehen sind, für 2012 immer noch 134.000 Posten. Für die Länder sind noch einmal 143.000 Jobs vorgesehen, die Gemeinden können rund 75.000 Mitarbeiter in den Behörden beschäftigen.

Insgesamt jedoch müssen nach dem Berechnungssystem der Europäischen Gesamtrechnung mehr als 487.000 Personen dem öffentlichen Dienst zugerechnet werden. Also sämtliche Vertragsbediensteten, Beamten und Dienstnehmer in den ausgelagerten Bereichen des Bundes.

Beamtenquote sogar höher als in Griechenland
Die Gehälter machen für Bedienstete von Bund, Ländern und Gemeinden im Jahr rund 18 Milliarden Euro aus. Die Pensionen, die bei den Beamten als "Ruhegenuss" bezeichnet werden, belaufen sich – inklusive Landeslehrer, ÖBB und Post – auf 7,7 Milliarden Euro im Jahr. Zu den Gesamtpensionskosten der öffentlichen Dienste in den Ländern und Gemeinden verfügt man zumindest im Beamtenministerium über keine Daten, wie dort bedauernd erklärt wird.

Zutreffend ist allerdings, dass die Regierung in den vergangenen beiden Jahren die Beamtenquote reduziert hat. Allerdings betrug der Anteil der öffentlich Bediensteten an der Gesamtbeschäftigung laut OECD-Studie 2009 noch 12,9 Prozent – der Griechenlands 12,6 Prozent.

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