Für ihre Studie untersuchten Papassotiropoulos und De Quervain bei über 1.000 jungen Schweizerinnen und Schweizern den Zusammenhang zwischen Genen und Gedächtnis. Sie analysierten dazu zum einen fast zwei Millionen Stellen im Erbgut ihrer Probanden, wie die Universität Basel am Donnerstag mitteilte.
Gen CTNNBL1 verbessert Gedächtnis
Zum anderen wurden die Studienteilnehmer einem Gedächtnistest unterzogen: Sie bekamen 30 Wörter vorgelegt und mussten fünf Minuten später versuchen, sich an möglichst viele davon zu erinnern, wie die Forscher im Fachmagazin "Molecular Psychiatry" berichten. Es zeigte sich, dass ein Gen namens CTNNBL1 hochsignifikant mit der Gedächtnisleistung zusammenhängt: Probandinnen und Probanden mit einer bestimmten Variante dieses Gens erinnerten sich viel besser an die Wörter als Studienteilnehmer, die andere Genvarianten geerbt haben.
Um die Bedeutung von CTNNBL1 zu überprüfen, verglichen die Forscher darauf den Zusammenhang zwischen den Genvarianten und dem Gedächtnis bei über 500 Teilnehmern einer Studie in Serbien. Auch hier wies der CTNNBL1-Gentyp klar darauf hin, wie gut sich die Probanden an früher Gehörtes erinnerten.
Mit modernen Bildgebungsverfahren konnten die Forscher zudem nachweisen, dass das Gen tatsächlich die Aktivität in Hirnregionen steuert, die für das Gedächtnis wichtig sind. Weitere Studien sollen nun zeigen, wie genau das Gen seine wichtige Rolle in der Informationsspeicherung ausübt. Ziel ist, diverse molekulare und neurobiologische Mechanismen des menschlichen Gedächtnisses zu identifizieren und neue Therapien für Gedächtnisstörungen zu entwickeln.








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