Frecher geht's kaum

Wien: Hanf-Plantage mitten im Schaufenster

Wien
22.11.2011 17:35
Auffälliger geht es wohl kaum: Unter einer "Gärtnerei für Raritäten" im Wiener Bezirk Rudolfsheim-Fünfhaus züchteten zwei Verdächtige im Keller mehr als 900 Hanf-Stauden. In der Auslagescheibe zeigten sie die Pflanzen stolz her. Wegen des hohen Stromverbrauchs flog das Drogen-Duo nun aber auf. Ein Mitarbeiter von Wien Energie hatte bei der Polizei Alarm geschlagen.

Ein angeblicher Selbstmordversuch, dann ein Wasserschaden und jetzt eine überhöhte Stromrechnung - als Hanf-Bauer hat man es offenbar nicht einfach, denn immer skurrilere Begebenheiten lassen die illegalen Züchter in Wien auffliegen (siehe Infobox).

Bei der Plantage in der Reindorfgasse in Rudolfsheim-Fünfhaus dürften aber tatsächlich besonders auffällige Herrschaften am Werk gewesen sein. Auf dem Eingangsschild der etwas heruntergekommenen Gärtnerei werden "Ehtnobotanik" und "Pflanzen-Raritäten" angeboten.

Und was damit gemeint ist, zeigt ein Blick hinter die verstaubten Auslagen. Dort stehen nämlich neben Kakteen und Wüstengewächsen auch Prachtexemplare der Drogen-Stauden. Ganz unverblümt – im wahrsten Sinne des Wortes. "Aus dem Geschäft war immer wieder Marihuana-Geruch entwichen", sagte Polizeisprecherin Regina Steyrer. Der 40-jährige Inhaber und sein Mitarbeiter wurden angezeigt.

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